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aus DER SPIEGEL 48/1971

Gegen die Beschlagnahme seines »Roten Kalenders 1972 für Lehrlinge und Schüler« auf dessen Seite 95 die Berliner Staatsanwaltschaft »Aufforderung zu strafbaren Handlungen« entdeckt hatte, will der Verlag Klaus Wagenbach vor Gericht fechten. Vorher jedoch, Anfang Dezember. will er den Kalender in einer »zweiten, durchschnuffelten Ausgabe« für zwei Mark wieder in Umlauf bringen -- mit (unter anderem) so veränderter Seite 95: »Auf dieser Seite stand in der ersten Ausgabe ... eine Zusammenstellung 'Was man alles machen kann'. Sie enthielt: 1. einige satirische Albernheiten (z. B. 'Auf die olympische Flamme pinkeln' ...); 2. Notwendigkeiten politischer Arbeit (z. B. 'Kinder- und Schülerläden, Kommunen, Rote Hilfe ... gründen oder machen'); 3. Hinweise auf Gegenaktionen, die sämtlich in Wahrung berechtigter Interessen bereits gemacht worden sind: In Bayern wurden Strände besetzt, die entgegen der Verfassung privatisiert worden waren, in Frankfurt Häuser, die aus reinen Profitgründen leerstanden ... in Essen haben sich Lehrlinge, die von ihren Meistern geschunden wurden, durch Sabotage gerächt, in Frankreich haben wütende Arbeiter ihren Boß eingesperrt ... in Oberbolzheim an der Knatter (Achtung, Satire!) hat ein 16jähriger seiner Mutter fünf Mark geklaut, weil sie ihm kein Taschengeld gab ...«

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