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Kino in Kürze »Viehjud Levi«.

aus DER SPIEGEL 39/1999

Das Jahr ist 1933, der Ort ein abgelegenes Tal im Schwarzwald. Es treten auf: die Bauern, die Narren und der Wirt, die Kellnerin, der Rebell und der Viehhändler. Wie in einer Brechtschen Lehrparabel entwirft Didi Danquart, vor allem als Dokumentarfilmer bekannt, den Anbruch einer neuen Ära, der sich auch diese winzige, scheinbar aus der Zeit gefallene Dorfgesellschaft nicht entziehen kann. Ein Bahnarbeitertrupp, angeführt von einem verschlagenen Ingenieur, schleppt die vergifteten Ideen der Nazis ein, und bald wird aus dem geachteten Viehhändler ein verhasster Jude. Ein wenig zu berechnet und berechenbar wirkt das herb-strenge Heimatdrama (Vorlage war ein Theaterstück Thomas Strittmatters), und selbst die herausragende Darstellertruppe kann das Reißbrett, das durch die Leinwand schimmert, nicht vergessen machen.

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