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Fotografie Vollglück in der Beschränkung

aus DER SPIEGEL 48/1996

»Nein, es gibt keine wahre Welt« für Pierre et Gilles, und weil es noch »einige Leute gibt, die keine persönliche Welt haben, so übernehmen sie eine andere, die man ihnen gibt«. Dafür fühlen sich die beiden Franzosen zuständig. Das Künstlerpaar ohne Nachnamen inszeniert auf seinen Fotografien - die in Paris im Maison Européenne de la Photo vom 27. November bis 26. Januar zu sehen sind - glitzernde Traumwelten. Sehnsüchte nach ewiger Jugend erfüllen sie auf Bildern mit posierenden Modellen, die mittels Kostüm und Übermalung zu Prinzen, Helden oder, wie die angejahrte Nina Hagen, gar zur Heiligen mutieren. Seit 1977 arbeiten Pierre et Gilles an ihren falschen Idyllen, in denen sie hemmungslos und unverbindlich Rührung und Stimmungen mit allem und jedem verknüpfen, mit Homoerotik, Gewalt und Religion.

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