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AUSSTELLUNGEN Wärmende Abstraktion

aus DER SPIEGEL 12/2007

Aus der Ferne und an eine Museumswand gehängt, sehen die textilen Flächen aus wie abstrakte Malerei. Sie erinnern an Bilder von Josef Albers, Barnett Newman oder Frank Stella. Die Arbeiten aber, welche die Münchner Pinakothek der Moderne vom 30. März bis zum 15. Juni zeigt, sind wärmende Gebrauchsgegenstände: Patchworkdecken der amerikanischen Amish People für den Hausgebrauch. Diese isoliert siedelnde christliche Glaubens- und Lebensgemeinschaft begann die Tradition der gesteppten Quilts in der Epoche Queen Victorias und des Jugendstils, in der üppiges Dekor und überbordender Reichtum der Farben und Formen gefeiert wurden. Die rigorosen Amish schufen dagegen formal und farblich reduzierte Decken, die heute wie ein kühner, aus der Zeit gefallener Vorgriff auf die Moderne wirken.

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