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AUTOREN Warten auf das Ende

Was ein junger, überzeugter Katholik aus Köln »in einer Welt von Schweinen« erlebte und fühlte - davon zeugen die Briefe, die der Soldat Heinrich Böll zwischen 1939 und 1945 nach Hause schrieb: eindrucksvolle Dokumente, die nun aus dem Nachlass des Schriftstellers auftauchen.
aus DER SPIEGEL 39/2001

Als der Krieg ausbrach, war Heinrich Böll ein junger Mann. »Am letzten schönen Sonntag im August 39, zum Kaffee«, so erinnerte er sich später, erhielt er seinen Gestellungsbefehl. Ein halbes Jahr Arbeitsdienst hatte er im Winter zuvor schon geleistet, im Kommando Fritz Legemann, Wolfhagen bei Kassel.

Böll (1917 bis 1985) war, seit seiner Immatrikulation im April 1939, Student der Geisteswissenschaften. »Goethe II. Teil« bei Ernst Bertram, »Die Philosophie der neuesten Zeit«, Studien zu Seneca sowie zur griechischen Tragödie standen auf seinem Stundenplan, doch die Kölner Universität durfte sein Interesse nicht lange befriedigen: Ende August rückte der dritte Sohn der Eheleute Viktor und Maria Böll in eine Kaserne in Osnabrück ein, am 3. September wurde er vereidigt als Soldat der Wehrmacht, Schütze im 484. Infanterie-Ersatz-Bataillon.

Lange Zeit war der Krieg für den Mann, der nach 1945 einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller werden sollte, vor allem der Entzug der Freiheit, der körperlichen zunächst, doch bald schon, durch schiere Erschöpfung, Schikane, durch Dreck, Stumpfsinn und Langeweile, auch die Zermürbung der psychischen und geistigen Persönlichkeit.

Dass der Krieg ausbrach, vermerkt der Schreiber nicht: In der umfangreichen Auswahl seiner Briefe, die in der kommenden Woche erscheint und 878 Exemplare umfasst, werden weder Anfang noch Ende des Krieges erwähnt**. Am Tag seiner Ver-

eidigung heißt es in einem Brief an die Eltern und Geschwister: »Bis wir hier in den Krieg ziehen, werden ja wohl noch einige Wochen vergehen; vielleicht ist er auch dann schon zu Ende.«

Mehr als fünf Jahre später glaubte er, »dass der Krieg diese Woche noch zu Ende geht«. Er sollte sich wieder täuschen (es war erst Anfang April), doch diese Täuschung war, verglichen mit der ersten, beinahe keine. Die bedingungslose Kapitulation, den 7. Mai 1945, erlebte er als Kriegsgefangener im französischen Attichy, da gab es keinen Briefwechsel mehr. Und bald nicht einmal mehr Erinnerungen auf Papier:

Der englische Feldwebel wurde rot vor Wut, stand auf und fing an, mich abzutasten, und er brauchte nicht lange zu tasten, bis er mein Tagebuch gefunden hatte: Es war dick, aus Papiersäcken zurechtgeschnitten, mit Drahtklammern zusammengeheftet, und ich hatte darin alles verzeichnet, was mir von Mitte April bis Ende September begegnet war: von meiner Gefangennahme durch den amerikanischen Sergeanten Stevenson bis zu der letzten Eintragung, die ich im Zug noch gemacht hatte, als wir durch das düstere Antwerpen fuhren und ich auf Mauern las: Vive le Roi! Es waren mehr als hundert Seiten Sackpapier dicht beschrieben, und der wütende Feldwebel nahm es mir ab, warf es in die Latrine und sagte: »Didn''t I ask you for papers?« Dann durfte ich gehen.

So heißt es in seiner Erzählung »Als der Krieg zu Ende war« (1962) - kein Zeitzeugnis, kein Dokument wie seine Briefe, aber vermutlich, wie vieles in dieser Kurzgeschichte, autobiografisch.

Das Gedächtnis des späteren Literaturnobelpreisträgers war allerdings mäßig zuverlässig; sagen wir: das eines Dichters. Im Atmosphärischen, in Sinneseindrücken und Situationen, in der Empfindsamkeit von großer Eindrucksfähigkeit, nicht selten sich selbst, in Wiederholungen, beschwörend. Im Bereich der Fakten dagegen großzügig, erzählerischen Zusammenhängen folgend und ihnen dienend.

Seine »erste Erinnerung« gilt Hindenburgs heimkehrender Armee: »Grau, ordentlich, trostlos zog sie mit Pferden und Kanonen an unserem Fenster vorüber« - da war der Zeitzeuge kaum zwölf Monate alt, und Hindenburgs Armee nahm außerdem, wie Bölls Biograf Heinrich Vormweg anmerkt, einen anderen Weg zum Rhein als den durch die Teutoburger Straße.

So korrigieren nun die Briefe - umfassend kommentiert; mit Zeittafel, Fotos sowie Anmerkungen versehen und ein historisch-kritisches Lehrstück auch für die Nachgeborenen - Einzelheiten seiner Biografie, meist entdramatisierend: Seine Zeit in Russland war kürzer, als er sie in Interviews erinnerte, »monatelanges« Bunkerbauen reduziert sich auf wahrscheinlich einige Tage, von »drei Monaten richtiger Stellungskrieg« auf der Krim bleiben etwa drei Wochen. Die Fehlleistung, ihrem Gesetz getreu, enthüllt die Wahrheit des Seelenlebens, das die physikalische Zeit nicht kennt und, was schmerzhaft war, in der Erinnerung dehnt.

Und schmerzhaft war für den Soldaten Böll nicht nur der Dienst »an sich«, sondern, vor allem und von Anfang an, das Nicht-Vergehen der Zeit, das Hinbringen jeder Sekunde und Minute. »Jetzt habe ich endlich eine Beschäftigung«, schreibt der junge, sich schon alt fühlende Soldat an seine Braut am Ende des zweiten Kriegsjahres, als er in der Nähe von Mülheim die Löcher der Pferderennbahn zuwerfen und zutreten muss.

»Nun heißt es warten, warten, warten«, klagt er zwölf Tage später, und dann am übernächsten Tag: »So stehlen wir, in Ecken, Fluren und Kellern hockend, die Zeit.« Jegliche Zeit, die nicht gestaltet werden kann, die einzig hinter sich gebracht wird, vervielfacht sich im Erleben, und das Bewusstsein des Wartens quälte ihn zusätzlich: »Wir warten immer auf irgend etwas, auf Versetzung, Einsatz, Urlaub, auf die Erfüllung oder Dementierung irgendeines Gerüchts, und wenn nicht auf eines von diesen Dingen, so warten wir doch letztlich immer auf unsere Entlassung.«

Was er auch tat, er wartete doch - auf das Ende des Wartens. Sein Alltag bestand aus Mühsal und Plage, aus langen Märschen, dem Exerzieren, aus Aufräumen, Kartoffelschälen, Wache stehen - und Zeittotschlagen. Zusammengepfercht mit oft mehr als 20 Mann in einer Stube, saß er abends am wackeligen Tisch, versuchte, einen Brief zu schreiben, während um ihn herum die »Schweine« schnarchten und stanken, ein Radio dudelte, Kameraden Karten spielten, andere palaverten: »Und welch einen Unsinn sie jahrelang, ohne mit der Wimper zu zucken, sich gegenseitig erzählen können; mit ein paar unbedachten, blöden Worten verraten und verkaufen sie ihre Frauen, ihre Kinder, alles Glück und allen Glanz ihres Lebens lassen sie schal werden im seichten Gewässer ihres Geredes.«

Kamerad Böll war ziemlich allein. Er wurde häufig versetzt; bis auf zwei kurze Ausnahmen an der Front schlug er die Zeit tot, in den besetzten Gebieten Frankreichs und im Osten - und in der Heimat. Doch dieser Umstand allein erklärt seine Einsamkeit nicht; die hatte wohl zweierlei Ursachen - nämlich ihn und die anderen. Er war, bei aller äußeren Bescheidenheit, doch von dem Bewusstsein erfüllt, etwas Besonderes zu sein, und schließlich war er es auch: ein glaubensfester Katholik und so metaphysisch imprägniert gegen die Nazi-Ideologie, ein angehender Schriftsteller (noch ohne Werk, aber mit einigen Versuchen in der Lade), bald schon ein treuer Ehemann. Von der Truppenbetreuung mit Tralala und Blöße ("diese ewigen langweiligen Beine") hielt er rein gar nichts, gute Gesprächspartner fand er kaum, und den Dienst verabscheute er.

Was ihn mit anderen verband, war eine solide Neigung zu Tabak, Glücksspiel und Alkohol, doch diese Gemeinsamkeit reichte nicht, um vergessen zu machen, dass er ein anderer war: Fast sechs Jahre dabei und zum Schluss nicht mehr als ein Obergefreiter.

»Es ist ja unheimlich verlockend«, schreibt er im im Juli 1942 an seine Mutter, »die Aussicht, die Möglichkeit, dem ganzen blöden Gesindel überlegen zu sein; einen Putzer zu haben, der alles erledigt, alle die Dinge, die für mich eine Qual sind; wie Waschen und Stiefelputzen; und ein Bett haben und Ruhe; und vorne zu sein, vorne weg, das ist das Verlockendste; nicht mehr hinten weit drin in der Masse wie ein Stück Scheiße; ach, es hat vieles für sich, fast alles; aber es wäre ein Verrat, und deshalb will ich es nicht; Du wirst mich schon verstehen.« - Seine Mutter verstand ihn vielleicht, aber die Kameraden wohl kaum; und sie war ja auch schwer zu verstehen, diese vertrackte Mischung aus Dünkel und Leidenswillen.

Er selbst erklärt sie religiös. Dostojewskis »blutendes, leidendes Christenherz« ist ihm lieber als Ernst Jüngers Wahrheiten, »wie in Eis oder Eisen gemeißelt«, denn »ich möchte nicht ungerecht sein - aber er ist ein Reicher, ein Mächtiger, und Dostojewski ist unendlich arm und hilflos, und wohin wir gehören, das ist klar.«

Dieser christliche Begriff der Armut wird in seinem Werk, vor allem den Nachkriegsromanen, literarischen Ausdruck finden wie der Böll-Leser auch andere Motive - das Mitgefühl, die Perfidie der Macht, leerlaufende Bürokratie, die emphatische, duldende und starke Frau - als unmittelbaren Ausdruck seiner Wahrnehmung schon in diesen Briefen findet. Doch hat wohl auch die soziale Erfahrung der Katholiken im Rheinland, über ein Jahrhundert lang von Preußen diskriminiert und im Kulturkampf in ihrem Selbstbewusstsein geschärft, zu diesem Armutsstolz beigetragen. Das Selbstgefühl des 25-Jährigen ist das eines Erwählten unter den Unterdrückten - und natürlich ist es in diesen Zeiten ein Weg, wenig glorios und unendlich mühsam, Soldat im Widerstand zu sein.

Vieles widert ihn unwillkürlich an. Der militärische Drill, der offene Sadismus seiner Vorgesetzten, die Macht der »Litze um den Kragen« ("und Du musst Dir alles, alles, alles von ihm sagen lassen"), die Korruption höherer Ränge, die in Bordellen die Korken knallen lassen, während an der Front die Leute verrecken, das Gebrüll von Goebbels und Co. - all das verletzt seinen Gerechtigkeitssinn und seinen Geschmack.

Erzogen in einem materiell kleinbürgerlichen, aber geistig freien Haushalt, in hohem Maße familienloyal, ist Böll bemerkenswert resistent gegen Versuchungen aller Art, bis hin zu der schönen Ehrpusseligkeit, mit der er sich bei seiner Gattin entschuldigt, eine Frau im Badeanzug beobachtet zu haben: »Sicher ein schlechtes Mädchen, ganz gewiss ...«

Gegen den Zeitgeist und dessen Phrasen ist seine Immunität nicht gleichermaßen groß, ob es Versailles als große Demütigung ist, »die asiatische Fremdheit im russischen Wesen« oder der angebliche Sündenpfuhl Frankreich. Merkwürdig mutet die völlige Auslassung des Themas Antisemitismus an - während er die »Irrentötung« als Problem erwähnt und es ihm immer wieder gelingt, Vorgänge zumindest anzudeuten, deren genaue Formulierung die Zensur herausgefordert hätte.

Briefe stellen die Leser, für die sie nicht bestimmt sind, vor ein Verständnisproblem: Sie dienen nicht nur der Mitteilung,

sondern auch der Selbstdarstellung ihres Absenders - in diesem Fall meist der eines jungen Mannes, der seine Braut und später Ehefrau umwirbt, indem er sich erklärt.

Dieses Porträt des künftigen Schriftstellers als junger Mann war für die Nachwelt nicht bestimmt, und Annemarie Böll, geborene Cech, hat diesem Umstand durch zweierlei Maßnahmen Rechnung getragen: Ihre Antworten sind nicht publiziert, und sie hat von Bölls Briefen nur etwa drei Viertel zur Veröffentlichung freigegeben, außerdem um »Stellen, die nur für die Empfängerin persönlich bestimmt waren«, gekürzt (was an einigen Stellen zu Auslassungen führt, die kleine Rätsel aufgeben). Die Halbierung eines Briefwechsels halbiert auch seine Lebendigkeit, so dass die Grundübel von Bölls Kriegserfahrung - Öde, Langeweile und Wiederholung - beim Lesen praktisch nachvollzogen werden müssen.

Trotz des Umfangs gibt dieses Dokument kein neues, tiefenscharfes Bild des Nazi-Alltags, wie etwa die Tagebücher Victor Klemperers: Nicht nur die innere Zensur des Absenders, sondern auch die äuße-

re (wenigstens ein Brief wurde von der Zensur »geprüft") begrenzt die Themen und beschränkt die Ausdrucksmöglichkeiten. Dennoch tragen Bölls Briefe aus dem Krieg eine Erfahrung vieler in das historische Bewusstsein ein, die aus Gründen der inneren Abwehr bislang kaum öffentlichen Raum hatte und an den Stammtischen und in den Wohnzimmern in Einverständnis oder Streit versickerte.

Von den Soldaten der Wehrmacht, den Vätern der heute Erwachsenen, wollte man mancherlei hören: Schuld- und Schambekenntnisse und Antwort auf die Frage: »Was habt ihr gewusst?« Die gemischte Erfahrung von Ohnmacht und Schuld jedoch, jenes Gewirk aus Trotz und Überlebenswillen, Drückebergerei und Mut, Panik und Langeweile, Unterordnung und Überlegenheitsgefühl, das man Verstrickung nennt, dies alles ist als Antwort auf eine politisch zweckbestimmte Frage nicht zu formulieren; es kann nur persönliche Erzählung werden. Eine liegt nun vor.

Und sie eröffnet Möglichkeiten. Heinrich Bölls Biografie ist, wie diese Briefe erneut bezeugen, in wichtigen Lebensphasen typisch für seine Generation, sein Werk für die Bundesrepublik der Nachkriegszeit repräsentativ wie kein zweites und seine Persönlichkeit für die Öffentlichkeit bis heute von sympathischem Interesse.

Ihm als englischer Dichter wäre inzwischen die zweite, dritte mehrbändige Biografie gewidmet, die nicht nur ihn, sondern auch seine Zeit verständlich darzustellen unternähme - für jeweils ihre Gegenwart. Diese Art lebendiger Geschichtsschreibung hat in deutscher Sprache keine Tradition; einstweilen also heißt es: »warten, warten, warten« - im Zweifel auf eine Biografie aus England, Frankreich oder den USA. ELKE SCHMITTER

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»Manchmal auch ein Lächeln« Ein Brief des 26 Jahre alten Heinrich Böll vom Kriegsschauplatz im Osten an seine Frau Annemarie daheim

Stanislau, den 6. Februar 44

Der Schnee, den ich gestern so ahnungsvoll in der Luft geschmeckt habe, ist nun diese Nacht gefallen und fällt, fällt immer noch ohne jede kleine Unterbrechung. Er türmt sich auf den Straßen, es ist ein etwas beklemmender Gegensatz zu dem milden Frühlingswind, der noch vorgestern so verheißungsvoll uns entgegenwehte. Aber der Schnee veredelt den Schmutz und die Trostlosigkeit, die diese mittleren - ach, alle - polnischen Städte kennzeichnet. Ich glaube, es gibt kein traurigeres Volk und Land als Polen! Russland kennt zwar auch diese dunkle, fast substanzielle Trauer, aber die Gesichter der Leute sind doch im ganzen offener, man möchte wohl sagen schelmischer manchmal, von einer koboldartigen Lustigkeit, und oft auch wirklich von glänzender Schönheit und menschlicher Freundlichkeit. Hier sind die Gesichter düster und schwermütig - von einer berauschenden, stolzen Trauer, die mir allerdings nicht mehr so sehr fest vorkommt wie vor vier Jahren, so als ob doch etwas in der Seele des Volkes gebrochen sei. Man sieht wohl manchmal auch ein Lächeln, aber meistens ist es nur eben so viel, wie gerade notwendig ist, um uns nicht erschauern zu lassen, so wie das geringe Licht in den phantastischen Bildern Rembrandts. Wir sind so unsagbar fremd hier, niemals werden wir eindringen können, glaube ich. Ich sehne mich nach Deutschland, ich habe auch Angst davor, Angst vor den schrecklichen Trümmerfeldern unserer Heimat. Wir sind so sehr an außergewöhnliche und unruhige, ungewisse Zustände gewöhnt, dass wir das absolut Schreckliche unserer Lage meistens gar nicht mehr empfinden! Wir sind so schrecklich tief in diesen Krieg versponnen, dass wir ihn als normal empfinden und gar nicht mehr wissen, dass Friede und Ordnung unser Maß sind; ich glaube, das ist die schreckliche Folge des Krieges, und deshalb wächst die Zahl der Diebe, Räuber, Verbrecher jede Stunde. Treue, Glaube und Schönheit gehen zu Grunde; wir, wir wollen uns jede Stunde vor Augen halten, dass dieses, der Krieg, nicht unser Leben ist, dass alles nur blühen und gedeihen kann im Frieden und dass die Gesetze Gottes im Krieg ebenso gelten wie im Frieden und dass wir alles retten müssen, wir allein, sehr wenige! Jeden Tag sehe ich mit Schrecken die aufgelösten Gesichter der Menschen; es ist keine Zucht und kein Maß darin, keine Möglichkeit irgendeiner Erhebung oder einer Umkehr, alles ist in Auflösung begriffen, und in Auflösung sein ist wohl gleichbedeutend mit »auf der Flucht« sein. Jede Stunde sind sie auf der Flucht vor der nächsten Stunde, die ihnen vielleicht die Wahrheit bringen kann, die sie ja alle fühlen oder einmal gefühlt haben und die sie nicht kennen mögen. Ich bin nervös und zappelig und sehne mich nach Ruhe, nach Ruhe und bin wohl selbst auch stark vergiftet von dieser Kriegskrankheit, so sehr, dass mich der Frieden und die Stille einer Stifterschen Novelle bis zur Raserei gebracht hat, als ich anfangs im Lazarett lag. Ach, wir müssen vorsichtig sein, wirklich wachsam, und niemals dürfen wir schlafen!

* Ein Wehrmachtssoldat führt polnische Kriegsgefangene ab.** Heinrich Böll: »Briefe aus dem Krieg 1939-1945«. VerlagKiepenheuer & Witsch, Köln; 2 Bände; zusammen 1672 Seiten; 98 Mark(ab 1. Januar 2002: 65,90 Euro).* Mit dem schwedischen Kronprinzen Carl Gustav bei derPreisverleihung in Stockholm.

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