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BÜCHER / NEU IN DEUTSCHLAND Wer lacht da?

Heinz von Cramer: »Der Paralleldenker«. Hoffmann und Campe; 336 Seiten; 33 Mark.
aus DER SPIEGEL 39/1968

Aus Sprechblasen und Neo-Jugendstil-Vignetten quillt es »Grunz«, »RUMMS, »POW!«, »CRACK!« und

sechzigmal -- »tick-tock«. Figuren heißen Zombie, Snoopy, Robin oder Batman. »Da scuba duba uba duuuh. Yeah-ta ta ta ta ta ta«, dichtet der Autor frisch drauflos.

Heinz von Cramer ("Die Kunstfigur"), 44, offeriert sein schickes Buch im Großformat, mit dreispaltigem Text, verschiedenen Drucktypen, Kapiteln in Photoroman- und Comicstrip-Form und allerlei anderen Neckereien als Pop-Snobs letzten Schrei.

Gegen den hochmodischen Aufputz wirkt des Dichters Text jedoch eher blaß und betagt. Denn trotz parodistischer Versuche im Horoskop- und Briefkastenonkel-Deutsch stammelt Cramer zumeist den asthmatischen Impressionismus ältester Schule nach: »Köpfe, riesig, verschwommen. Nebel, Schwaden von Grau, Gewölk, sich lichtend, Rauch, belichtete Ränder. Kichern. Einer lacht.«

Wer auch immer das sei, sein Lachen klingt gequält.

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