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Musik Wer siegt, muß zahlen

aus DER SPIEGEL 8/1994

Was Brauer, Schuster und Tierpfleger längst haben, hat nun auch das klassische Plattengewerbe - eine als Messe ausgewiesene PR-Kirmes mit Kongreß und Schirmherr (Johannes Rau): Vom 24. bis 26. März findet in Köln die erste »KlassikKomm.« statt. Als Knüller kündigen die klassischen Platten- und Geschäftemacher das Debüt ihres Schallplattenordens »Klassik Echo« an. Doch die in 21 Kategorien von der Deutschen Phono-Akademie vergebene Auszeichnung sorgt vorab schon für Disharmonie, vor allem unter den Minis der Branche. Die 16 Akademie-Mitglieder, die weitgehend mit den tonangebenden Konzernen identisch sind, verknüpfen die Preisannahme nämlich mit einer dubiosen Zahlung: Wer einen der zehn ersten Preise erhält, muß für die Ehre »10 000 Mark plus Mehrwertsteuer« entrichten, bei den Preisen 11 bis 21 ist jeweils die Hälfte fällig. Umsatzzwerge sehen sich durch diesen Zahlzwang »schlichtweg erpreßt« und »um alle Chancen betrogen«, so Karin Fein vom Wiesbadener Kleinlabel »cappella«. Die Plattenproduzentin hält den Wettbewerb für Etikettenschwindel: »Die Großen prämieren sich selbst.«

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