US-Sender ABC Whoopi Goldberg nach Holocaust-Äußerung suspendiert

Nach ihrer umstrittenen Äußerung zum Holocaust hat der US-TV-Sender Whoopi Goldberg in den Zwangsurlaub geschickt. Sie solle sich Zeit nehmen, »um über die Auswirkungen ihrer Kommentare nachzudenken«.
Schauspielerin Whoopi Goldberg (Archivbild)

Schauspielerin Whoopi Goldberg (Archivbild)

Foto: Carlo Allegri / REUTERS

Hollywoodstar Whoopi Goldberg ist Co-Moderatorin der Talkshow »The View«. Mit der Behauptung, beim Holocaust sei es nicht »um Rasse« gegangen, hat sie für Empörung gesorgt. Bei der systematischen Verfolgung und Tötung von Juden habe es sich um »Unmenschlichkeit des Menschen gegenüber dem Menschen« gehandelt, sagte die Afroamerikanerin. Jetzt reagierte der Sender ABC – und suspendierte Goldberg für zwei Wochen.

Die Chefin des TV-Senders ABC, Kim Godwin, sagte: »Whoopi hat sich zwar entschuldigt, aber ich habe sie gebeten, sich Zeit zu nehmen, um über die Auswirkungen ihrer Kommentare nachzudenken und zu lernen.« Sie habe Goldberg »mit sofortiger Wirkung für zwei Wochen wegen ihrer falschen und verletzenden Kommentare« suspendiert.

Schon in der umstrittenen Gesprächsrunde hatten Teilnehmerinnen der Moderatorin widersprochen und angeführt, die Nationalsozialisten hätten aufgrund eines rassistischen Weltbildes Juden sowie Sinti und Roma verfolgt. Goldberg erklärte daraufhin, dass seien »zwei Gruppen weißer Menschen«. Der Begriff der »Rasse« führe am Thema vorbei.

»Die rassistischen Überzeugungen der Nazis haben Völkermord geschürt«

In den sozialen Netzwerken wurde die aus Filmen wie »Sister Act« und »Ghost« bekannte Schauspielerin dafür umgehend abgestraft. »Rassismus war ein zentrales Element der Naziideologie«, schrieb das Holocaust-Museum in Washington auf Twitter. »Juden wurden nicht über Religion, sondern über Rasse definiert. Die rassistischen Überzeugungen der Nazis haben Völkermord geschürt.«

Der Chef der Anti-Rassismus-Gruppe Anti-Defamation League, Jonathan Greenblatt, twitterte, beim Holocaust sei es um die »systematische Vernichtung« der Juden gegangen, die von den Nationalsozialisten als »minderwertige Rasse« angesehen worden seien.

Goldberg entschuldigt sich

Goldberg entschuldigte sich schließlich für ihre Äußerungen. »Ich entschuldige mich für den Schmerz, den ich verursacht habe«, schrieb die 66-Jährige auf Twitter. »Jüdische Menschen in aller Welt hatten immer meine Unterstützung, und das wird nicht nachlassen.« Anstelle zu sagen, beim Holocaust sei es nicht um Rasse, sondern um Unmenschlichkeit gegangen, hätte sie sagen müssen, dass es um »beides« gegangen sei.

In der Gesprächsrunde in »The View« im US-Sender ABC war es um die umstrittene Entscheidung eines Schulbezirks im US-Bundesstaat Tennessee gegangen, den weltberühmten Holocaust-Comic »Maus« aus Schulbibliotheken zu verbannen. Der Schulbezirk hatte dies mit Schimpfwörtern und einer Nacktszene begründet. Die Entscheidung gegen den mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Comic hatte heftige Kritik hervorgerufen.