Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 67 / 95

ANARCHISMUS / SCHRIFTTUM Wieder erwacht

aus DER SPIEGEL 47/1969

Die Anwendung von »Gift, Messer, Strick und so weiter« propagierte Michail Bakunin (1814 bis 1876), um Staat, Kirche und Familie zu beseitigen. Er war einer der Erzväter des Anarchismus. Jetzt erschien eine »Auswahl aus seinem Werk« in einem der angesehensten Christen-Verlage Deutschlands, bei Jakob Hegner in Köln, und der Rowohlt-Verlag eröffnet in diesem Monat eine neue Taschenbuchreihe »Texte des Sozialismus und Anarchismus« mit Bakunins Schrift »Gott und der Staat«.

»Schrift, Rede, Dolch, Flinte und Dynamit« empfahl Petr Alexejewitsch Fürst Kropotkin (1842 bis 1921) als Instrumente zur Besserung der Gesellschaft. Seine »Memoiren eines Revolutionärs« erschienen, geschmackvoll aufgemacht, im Frankfurter Insel-Verlag.

Über Gustav Landauer (1870 bis 1919), den anarchistischen Märtyrer der Münchner Räterepublik, unterrichten gleich drei Verlage. Jakob Hegner, Köln, und die Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt, veröffentlichten ausgewählte Schriften; der sehr angesehene Philosophie-Verlag von Anton Hain in Meisenheim/Glan brachte eine Biographie Landauers.

Das Schlagwort »Eigentum ist Diebstahl« formulierte der französische Anarchist Pierre Joseph Proudhon (1809 bis 1865). »Ausgewählte Texte« aus seinen Schriften veröffentlichte der Stuttgarter K. F. Koehler Verlag, und bei Rowohlt erschienen seine »Bekenntnisse eines Revolutionärs«. Max Stirner (1806 bis 1856), der deutsche Begründer des Individual-Anarchismus, schrieb in sein Hauptwerk »Der Einzige und sein Eigentum«, das im vorigen Jahr vom Münchner Hanser-Verlag gekürzt neu aufgelegt wurde, das Bekenntnis: »Mir geht nichts über mich.«

»Die Anarchisten«, eine verständnisvolle Anarchismus-Geschichte aus der Feder des Londoner Professors James Joll, veröffentlichte schon vor drei Jahren Axel Cäsar Springers Propyläen Verlag, Berlin. Das Erfolgsbuch erschien im März auch als Taschenausgabe. Suhrkamp, Frankfurt, verkaufte von einer anspruchsvollen Anarchismus-Analyse des französischen Soziologen Daniel Guérin in zwei Jahren 12 000 Stück und bekräftigt so den ersten Satz des Buches selbst:

»Das Interesse am Anarchismus ist wieder erwacht*.«

Ein Menschenalter lang war der Anarchismus allenfalls eine heroische Legende; er schien im spanischen Bürgerkrieg für immer untergegangen zu sein. Damals, im »blutigen Mai« 1937, hatten die spanischen Kommunisten ihre anarchistischen Genossen überfallen und entmachtet. Die schwarze Fahne, das Zeichen der Anarchisten, sei, so glaubte man drei Jahrzehnte hindurch, für immer eingezogen.

Neu gehißt wurde das Bürgerschreck-Tuch von Studenten - in New York, London, Stockholm, Rom, Hamburg, vor allem im Pariser Mai 1968. Auch Westdeutschlands SDS - der SDS Rudi Dutschkes, Bernd Rabehls, Daniel Cohn-Bendits, der Brüder Wolff - ist anarchistisch. Niemand zweifelt daran, weder der Altmarxist Professor Wolfgang Abendroth in Marburg noch Verfassungsschutz-Vizepräsident Dr. Günther Nollau in Köln, noch Jungmarxist Herbert Lederer, selber bis vor einem Jahr SDS-Führer. Der erste hält die SDSler für »Anarchisten in der Praxis«, der zweite für »Anarchisten oder Pseudo-Anarchisten«, der dritte sagt ihnen nach, sie seien »marxistisch kaum vorbelastet«.

Das gehässige Urteil des letzten, des Marxisten Lederer, zeigt, daß die Haßliebe wieder aufgelebt ist, die seit Proudhons und Bakunins Zeiten Kommunismus und Anarchismus verbindet. Zwar gibt es deutsche Jung-Anarchisten wie Bernd Rabehl, die glauben, Anarchismus und Marxismus könnten sich im antiautoritären Lager der Bundesrepublik »zusammenfinden«, doch hat Rudi Dutschke daran offenkundig immer Zweifel gehegt. Auf der 22. Ordentlichen Delegierten-Konferenz des SDS im Herbst 1967 äußerte er sich, laut »Süddeutscher Zeitung«, über die Wiederzulassung der KPD in der Bundesrepublik: »Als Demokrat bin ich noch dafür, als Revolutionär aber eher skeptisch.« Im Frühjahr 1968, wenige Wochen vor dem Attentat auf ihn, erwog Dutschke gar, ob er und seine Freunde nicht - um Verwechslungen mit den Kommunisten zu vermeiden auf die Bezeichnung »sozialistisch« verzichten und »eher den Begriff der 'freien Gesellschaft' benutzen« sollten.

Die Anarchisten lehnen jegliche fixierte »Autorität« ab; auch Lenins »Diktatur des Proletariats« ist ihnen ein Greuel. Anarchisten sind Anhänger der Demokratie, wenn auch nicht der parlamentarischen, die sie als »formale« bezeichnen. Jede Form von Gesinnungsdruck oder -»impfung"(Proudhon) oder -»Manipulation« (Herbert Marcuse) verabscheuen sie. Sie wollen überzeugen oder jedenfalls die »Bewußtwerdung« ihrer Mitmenschen auslösen. Diese Bewußtwerdung wollen sie in Gang setzen durch Diskussion manchmal aber auch durch die Schock-Therapie der »direkten Aktion": durch Demonstrationen, Verspottung der Autorität oder gar durch Attentate wie sie zwischen 1870 und den Zwanzigern gegen Zaren, Könige, Präsidenten und Parteisekretäre verübt wurden.

»Direkte Aktionen« sollen die Menschen in einem »Lernprozeß« als Mithandelnde zu »neuen Menschen« werden lassen, also ihre »Charakterstruktur« ändern. »Politik ohne innere Veränderung der daran Beteiligten« ist bloße »Manipulation«, die von Eliten an den Menschen vorgenommen wird.

Diese »elitäre Manipulation« gehört nach anarchistischer Auffassung zu den Krebsschäden auch des Marxismus. Proudhon an Marx: »Hüten wir uns jedoch um Himmels willen, den Leuten unsererseits neue Doktrinen einzuimpfen.« Bakunin über Marxens Lehre: »Eine neue Kandare.« Dutschke über den Kommunismus: »Von Marx hatte Lenin die Überbetonung der Leitung und Direktion übernommen.«

Zwar streben auch die Kommunisten die Aufhebung der Autorität, also des Staates an - Lenin: »So wenig Staat wie möglich« -, doch ist für die Kommunisten die »herrschaftslose Gesellschaft«, von ihnen »klassenlose« genannt, ein Fernziel, bis zu dessen Erreichung »Autorität« und »Staat« auch in der härtesten Form unerläßlich sind. Friedrich Engels: »Eine Revolution ist gewiß das autoritärste Ding, das es gibt: Sie ist der Akt, durch den ein Teil der Bevölkerung dem anderen Teil seinen Willen vermittelst Gewehren, Bajonetten und Kanonen, also mit den denkbar autoritärsten Mitteln, aufzwingt.« Bakunin suchte die Ursache der »autoritären« Entartung des Kommunismus in der Person Marxens. Für den Russen war Marx ein Deutscher und »ein Autoritär«.

Die Anarchisten haben auch nie ein Lehrgebäude von der Geschlossenheit des marxistischen Diamat errichten können - und blieben deshalb bis heute, wenn auch zuweilen mürrische, Klippschüler von Marx.

Der Gegensatz zwischen anarchistischer Emotionalität und marxistischer Rationalität spielt bis heute eine Rolle. Der Jungmarxist Herbert Lederer verspottete die Berliner SDS-Anarchisten mit denselben Worten, mit denen einst Lenin sich über seine Gegner lustig gemacht hatte: »Wunderbare, hinreißende, berauschende Losungen - denen der reale Boden fehlt.«

Die Gefühlsseligkeit des Anarchismus, seine Vorliebe für düstere oder arkadische Visionen, mag ein Bakuninsches Erbe sein. Im Revolutionsjahr 1848 verkündete Bakunin in Prag den Aufstand der Russen mit einem makabren Gefühlserguß: »In Moskau wird aus einem Meer von Blut und Feuer hoch und herrlich das Gestirn der Revolution emporsteigen und zum Leitstern werden für das Heil der ganzen befreiten Menschheit.« Die Revolution ließ 69 Jahre auf sich warten - und dann war es keine anarchistische.

Charakteristisch für die Spannweite anarchistischer Gefühle war Kropotkin. Obwohl auch er für anarchistische Gewalt eintrat, schwebte ihm eine Welt »unschuldiger Menschen« vor. Oscar Wilde nannte den nach Dolch und Dynamit Rufenden einen Mann »mit der Seele jenes schönen weißen Christus, der aus Rußland hervorzugehen scheint«.

Die malerische Geste, die heroische, wütende, resignierende oder naivgläubige, aber auch die blutigen Taten der Anarchisten des 19. und des 20. Jahrhunderts, und die agitatorischen Streiche der beiden Anarcho-Clowns Teufel und Langhans gehören seit Bakunin zum Schmuckwerk des Anarchismus. Der riesige Russe genoß es, »Bürgerschreck« zu sein. Er dekorierte sich mit der proletarischen Flanellweste, wie Dutschke mit dem gestreiften Pulli. Marx hingegen mochte so was nicht; er legte Wert darauf, daß seine Frau eine »née baronesse de Westphalen«, eine geborene Baronesse war.

Die Geschichte des modernen Anarchismus begann mit Jean-Jacques Rousseau (1712 bis 1778). Auf die Preisfrage der Akademie von Dijon, ob der Mensch durch die Entwicklung der Wissenschaften und Künste moralisch besser geworden sei, antwortete er 1750 in seinem »Discours sur les sciences et les arts«, der Mensch sei von Natur aus gut, sei aber durch Kultur und Zivilisation seinem eigentlichen Wesen entfremdet worden. Damit lieferte Rousseau, obwohl selber kein Anarchist, allen Anarchisten des 19. Jahrhunderts ihre große Zukunftsvision: die Rückkehr zur reinen Natürlichkeit des »edlen Wilden«, zur herrschaftslosen, von allen Institutionen befreiten Gesellschaft.

Der erste anarchistische Denker war ein Engländer namens William Godwin (1756 bis 1836), ein Pfarrer. Schriftsteller und, wie sein Landsmann James Joll schrieb, am Ende seines Lebens »einer der berüchtigtsten und schamlosesten Schnorrer seiner Zeit«. In seinen Schriften finden sich viele Thesen späterer Anarchisten. Er forderte

▷ die »Abschaffung des Staates und der Gesetze«;

▷ die »Befreiung der menschlichen Vernunft« von Priestern und Juristen;

▷ die Reduktion der Arbeit auf ein Zwanzigstel (die er durch gleiche und gerechte Verteilung der Arbeit auf arm und reich zu erreichen hoffte).

Godwin lehnte die parlamentarische Demokratie ab und nannte die Werbung von Wählern ein »mit Moral und Würde völlig unvereinbares Geschäft«.

Er wollte eine ehe-freie Gesellschaft schaffen: »Der Geschlechtsverkehr ist eine individuelle Angelegenheit« - wie auch Dutschke: »Sie (die Frau) kann sich für einen Mann entscheiden, sie kann sich auch für zwei Männer entscheiden« - wie auch Cohn-Bendit: »Suche ein neues Verhältnis zu deiner Freundin, liebe anders, sage nein zur Familie!"** Godwin, Marcuse und Dutschke sind sich darin einig, daß die Liebe der bürgerlichen Gesellschaft »verderbt« (Godwin), ein »Verdrängungs- und Angstmechanismus« (Dutschke) und von »Brutalität, Grausamkeit und Aggression« geprägt (Marcuse) ist - und deshalb erst von jenem zukünftigen »neuen Menschen« wirklich praktiziert werden kann, der sich nicht mehr sagt: »Das ist mein, das ist dein, diese Frau gehört mir« (Dutschke).

So verstand sich auch die studentische Rebellion von vornherein als Befreiungsbewegung von sexueller Unterdrückung; Freud und der ehemalige Freud-Schüler Wilhelm Reich ("Die Funktion des Orgasmus") gewannen immer mehr an politischer Bedeutung.

Der erste Sozialist unter den anarchistischen Denkern war Pierre Joseph Proudhon. 1809 in Besançon geboren, Schriftsetzer von Beruf, überlieferte er dem freiheitlichen, nichtmarxistischen Sozialismus

▷ den Namen »Anarchismus« und

▷ das in Abwandlungen bis heute festgehaltene Gesellschaftsmodell einer »von unten nach oben« aufgebauten Demokratie: der Räte-Demokratie.

Über seine Wahl des Wortes »Anarchismus« war Proudhon später wenig glücklich. In der Tat verstand er unter »Anarchie« (wörtlich: Herrschaftslosigkeit) keineswegs Chaos, sondern natürliche Ordnung: »gegliederte, lebende Gesellschaft«, in der »überall das Zentrum und nirgends die Peripherie ist«. Er nannte sich deswegen gelegentlich auch »Föderalist«.

In der Tat entsprach dies Wort besser seiner Vorstellung, wonach sich die Gesellschaft aus Familien und Werkstätten zusammensetzen, diese sich zu Kommunen vereinen und diese wiederum wirtschaftlich großräumige »Föderationen« bilden sollten. Geld, Banken und die überkommene Handelsstruktur sollten durch den reinen Tauschverkehr - Erzeugnis gegen Erzeugnis - abgelöst werden. Eine »Tauschbank« sollte den Naturalien-Verkehr ermöglichen. Beim Ausgleich zwischen reichen und armen Kommunen hoffte er auf den »Sinn für Gerechtigkeit«, der der menschlichen Seele innewohne, der aber auch durch strenge Erziehung gepflegt werden müsse.

Während Proudhon sich die Großgesellschaft als eine Föderation regionaler Kommunen dachte, versuchte sein Schüler, der Russe Michail Bakunin (1814 bis 1876), die anarchistischen Vorstellungen den Bedingungen der Industriegesellschaft anzupassen. Die Gewerkschaften, meinte er, sollten in der Form von »Assoziationen« die Lenkung der einzelnen Industriezweige übernehmen. Die Regierung des Staates sollte durch delegierte Räte der »Assoziationen« ersetzt werden.

Aber auch dieser »kollektivistische« Anarchismus, aus dem sich die in Frankreich und Spanien zeitweilig mächtige Bewegung des Anarcho-Syndikalismus (Syndikat = Gewerkschaft) entwickelte, wurde mit dem Problem der gesamtgesellschaftlichen Planung nicht fertig - anders ausgedrückt: mit dem Problem der Autorität.

Bakunin hielt an dem wichtigsten Grundsatz des Anarchismus fest - an der Demokratie »von unten nach oben« - und verlangte, daß jedes Mitglied der Assoziationen zu jeder Zeit aus ihr austreten könne. Das Problem der aus diesem Prinzip zu erwartenden Spannung zwischen den Planungsstäben und den Mitgliedern löste er mit der allzu einfachen Erklärung: Da der Mensch vernünftig sei und die Vorteile der Assoziation vernünftigerweise nicht zu bezweifeln seien, werde die »Assoziation von jedermann bevorzugt« werden. Ebenso entschieden wie die Anarchisten »Staat« und »Regierung« ablehnten (allenfalls ökonomische Zentralräte zuließen), ebensosehr weigerten sie sich - wiederum im Gegensatz zu den Kommunisten -, eine revolutionäre Partei zu gründen: wie auch heute die SDS-Anarchisten. »Wenn das Volk einzig seinem Instinkt überlassen ist, reagiert und agiert es viel richtiger, als wenn es durch die Politik seiner Führer geleitet ist«, meinte Proudhon.

Bakunin gab zwar gelegentlich die Notwendigkeit von Revolutions-»Stäben« zu, doch sollten sie nur die Initialzündung für den Aufstand geben und sich auf keinen Fall verfestigen: »Eine hierarchische Ordnung und Beförderungen gibt es nicht, der Befehlshaber von gestern kann schon morgen Untergebener sein.« Im spanischen Bürgerkrieg weigerten sich die Anarchisten lange Zeit, Uniformen zu tragen und ihre Offiziere mit Rangabzeichen zu versehen. Alle SDS-Ideologen anarchistischer Couleur lehnen es ab, als Führer »personifiziert« zu werden. Cohn-Bendit will nicht mehr als »ein Lautsprecher der Bewegung« sein. Dutschke wollte nur »Berater« der SDS-Führung sein, obwohl er praktisch mehr war.

Die ideologischen und politischen Gegensätze zwischen Anarchisten und Kommunisten traten erstmals deutlich in Erscheinung, nachdem sie 1864 eine gemeinsame Organisation gegründet hatten: die »Internationale Arbeiter-Assoziation« (Erste Internationale).

Schon vier Jahre später begann der Zerfall. 1868 gründete Bakunin in der Schweiz eine eigene anarchistische Organisation. Damit begann zwischen den beiden Löwenhäuptern Bakunin und Marx ein wütender Federkrieg, der wiederum vier Jahre später in der Spaltung des europäischen Sozialismus kulminierte. Bakunin wurde 1872 aus der »Internationale« ausgeschlossen. Sie selbst verkümmerte.

Der Hinauswurf Bakunins war das Signal zu einer Entwicklung des Anarchismus, die ihn bis heute belastet. Von der Zucht marxistischer Wissenschaftlichkeit befreit, entfaltete Bakunin seine immensen Fähigkeiten als Demagoge und Schwadroneur. Er löste damit eine Welle von Gewalttaten - und Geheimorganisationen aus, von denen sicher viele nur in seiner Phantasie existierten.

Von gigantischem Wuchs, wahrscheinlich impotent, ständig schwitzend, mit einem gewaltigen Appetit begabt und ein Meister der mit großen Gefühlen aufgedonnerten Tirade, wurde er so zum Initiator der verbrecherischen Epoche des Anarchismus. 1869 suchte ihn in Genf ein junger Russe namens Sergej Gennadewitsch Njetschajew auf, entzückte den bereits alternden Bakunin sowohl durch seinen jugendlichen Fanatismus als auch durch die maßlos übertriebenen und zumeist erfundenen Schilderungen revolutionärer Taten (Njetschajew kehrte später nach Rußland zurück, ermordete einen Genossen und starb im Kerker von Sankt Petersburg).

Zusammen verfaßten die beiden Phantasten ein wutschäumendes Pamphlet: den »Revolutionären Katechismus«. Darin propagierten sie Haß und Verachtung »gegen die heutige Sozialmoral« und »gnadenlose Zerstörung« jeglicher bestehenden Ordnung,

Wenige Jahre später zog ein anarchistischer Kongreß in Bern den »Revolutionären Katechismus« zu der von da an gültigen Parole »Propaganda durch die Tat« zusammen. Was damit gemeint war, erläuterte ein anderer russischer Anarchist, der Fürst Kropotkin, einst Kammerpage des Zaren und Offizier der Amur-Kosaken: »Alles, was nicht legal ist, ist gut für uns.«

Eine sumpfige Kleinliteratur - Pamphlete, Zeitschriften, Maueranschläge und Broschüren blühte nun in den Kellern der europäischen Gesellschaft auf. »Zieht das befreiende Messer aus der Tasche! Plündert, legt Brände! Zerstört!« hetzte ein Plakat in Le Havre. Eine Zeitschrift spendete »aus vollem Herzen Beifall, wenn wir hier und da erfahren, daß ein Bourgeois oder ein Chef sich mit einem Messer in der Seite im Staube wälzt«. Eine andere empfahl, »Kirchen auflodern« zu lassen und »Obst und Gemüse zu vergiften«.

Dolch und Dynamit zogen eine blutige Spur durch Europas Fürstenhäuser. 1878 entkamen König Umberto von Italien, König Alfons XII. von Spanien und Deutschlands Kaiser Wilhelm 1. knapp der Mörderhand. Ob die beiden Kaiser-Attentäter - Max Hödel und Karl Nobiling - Anarchisten waren, ist trotz der Behauptung der Polizei zweifelhaft. Der Geist der vom Anarchismus damals gepredigten Gewalttätigkeit infizierte jedoch auch andere politische Bewegungen und oft genug auch einzelgängerische Psychopathen.

1881 erlag Zar Alexander II. - nach einer Kette mißlungener Anschläge - einem Attentat der beiden »Narodowolzi« (Sozialrevolutionäre) Ryssakow und Grinewjetzki. 1883 versuchte der deutsche Anarchist August Reinsdorf die zur Einweihung des Niederwalddenkmals versammelten deutschen Fürsten in die Luft zu sprengen. Der Anschlag scheiterte an einer Fußverletzung Reinsdorfs und einem nassen Zünder, Reinsdorf starb unter dem Henkerbeil - mit dem Ruf: »Nieder mit der Barbarei! Hoch die Anarchie.«

1894 verblutete Frankreichs Staatspräsident Sadi Carnot in Lyon nach einem Dolchstoß des italienischen Anarchisten Santo Jeronimo Caserio. Drei Jahre später erlag der spanische Ministerpräsident Cánovas del Castillo dem Attentat des Anarchisten Angiolillo. 1898 erdolchte ein junger Mann namens Luccheni am Genfer See die unglückliche österreichische Kaiserin Elisabeth. 1900 schließlich starb König Umberto, der Attentate als »Berufsrisiko« eingeschätzt hatte, nach einem anarchistischen Anschlag. Ein Jahr später folgte ihm US-Präsident McKinley. Ein Pole namens Czolgosz, der in Anarchistenkreisen verkehrte, hatte ihn getötet.

Den Virus des Gewalt-Anarchismus hatte ein Deutscher in Amerika verbreitet. 1882 war Johann Most, ein Buchbinder aus Augsburg und zwischen 1874 und 1878 SPD-Abgeordneter im Reichstag, in die Staaten gekommen. Sein »Handbuch zur Anleitung im Gebrauch und in der Herstellung von Nitroglyzerin, Dynamit, Schießbaumwolle, Knallquecksilber, Bomben, Zündern, Giften etc.« entfachte die Phantasie vieler deutscher, russischer, jüdischer und südeuropäischer Immigranten. Ihnen legte er das Dynamit ans Herz: »Ein Pfund dieses guten Stoffes ist mehr wert als ein ganzer Berg von Stimmzetteln - vergeßt das nicht!«

Beispiele sinnlosen Mordens erlebten insonderheit Spanien und Frankreich. Ein Anarchist namens Santiago Salvador tötete im Theater von Barcelona 20 Menschen durch eine Bombe. Emile Henry richtete am 5. Februar 1894 im Pariser Café Terminus ein Blutbad an. Als überzeugter Anarchist hatte er »das widerliche Schauspiel einer Gesellschaft, in der alles gemein und feige ist«, nicht mehr ertragen können. Auguste Vaillant warf am Nachmittag des 9. Dezember 1892 im Palais Bourbon eine Bombe unter die Abgeordneten - ohne allerdings jemand ernstlich zu verletzen,

Ein Verbrecher namens François-Claudius Ravachol versuchte 1892, das Haus eines Pariser Richters in die Luft zu sprengen. Nach seiner Hinrichtung sang Paris:

Dansons Ia Ravochole,

Vive le son, vive le son,

Dansons la Ravachole,

Vive le son

De l'explosion.

Nach den erfolgreichen Attentaten auf König Umberto und Präsident McKinley begann jedoch der blutige Anarchismus zu versickern. Die »Propaganda durch die Tat« hatte sich als ein Fehlschlag erwiesen. Die Anschläge hatten die Massen nicht mit den Attentätern solidarisiert, wie die Anarchisten gehofft hatten, sondern abgeschreckt. Fürst Kropotkin gestand, daß die Probleme der Gesellschaft nicht allein durch »einige Kilo Sprengstoff« zu lösen seien.

Letzte Ausläufer des Gewalt-Anarchismus waren

▷ in Amerika der Prozeß gegen die beiden Italiener Sacco und Vanzetti (sie bestritten nicht, Anarchisten zu sein, leugneten aber den ihnen zur Last gelegten bewaffneten Raubüberfall, wurden jedoch 1921 zum Tode verurteilt und 1927 hingerichtet);

▷ in Rußland der erfolgreiche Anschlag des sozialrevolutionär-anarchistischen Studenten Kanegisser auf den Petrograder Tscheka-Chef Urizki und das erfolglose Attentat der Anarchistin Dora Kaplan auf Lenin am gleichen Tage (1918).

Rußlands Anarchismus hatte sich nach der Mordwelle der achtziger und neunziger Jahre in die Londoner Gelehrtenstube Kropotkins zurückgezogen.

Antiautoritär aus Prinzip, jeder Disziplin und Hierarchie abhold, erwies sich der Kropotkinsche Anarchismus als unfähig, in Rußland eigene politische Organisationen aufzubauen. Gleichwohl mobilisierten seine Ideen in Rußland ein riesiges Gefühls-Potential, eine Art Volks-Anarchismus. Doch bedienten sich dieses Potentials andere, machtlüsternere Sozialisten - so Lenin 1917, der sich nach und nach als autoritärer Staatskommunist erwies.

Damals strömten die Anarchisten begeistert in das revolutionäre Rußland. Kropotkin kam aus England und schwärmte, Rußland sei nun »von dem ganzen alten Schlamassel von Beamten, Polizisten et cetera« befreit. Aus Amerika kamen zwei anarchistische Kampfgefährten des Johann Most: die gebürtige Russin Emma Goldman, von der Sage umwittert, sie hätte als Prostituierte Geld für den amerikanischen Anarchismus verdient, und Alexander Berkman, ein renommierter Attentäter.

Lenin und Trotzki bekämpften die anarchistischen Freunde, kaum daß die Revolution Fuß gefaßt hatte. Sogar die Arbeiterräte in den Fabriken wurden entmachtet; nach dem Tode Kropotkins (1921) liquidierte Trotzki schließlich die beiden letzten anarchistischen oder jedenfalls anarchistisch infizierten Rebellionen:

▷ den Aufstand der Kronstädter Matrosen, die den Gedanken der »Räte-Demokratie« neu beleben wollten, und

▷ das Regime des Nestor Machno, der 1918 nördlich des Asowschen Meeres ein anarchistisches Gemeinwesen errichtet hatte.

Machno war ein Säufer und Weiberheld, aber auch ein prinzipientreuer Anarchist. Sein Regime war aus souveränen Bauern-Kommunen aufgebaut, die sich nach Proudhonschen Prinzipien durch Verträge und Diskussionen über Probleme einigten wie dieses: »Wenn eine Brücke zwischen zwei von unseren Dörfern einstürzt - wer muß sie reparieren?«

Trotzdem gelang es ihm, eine beachtliche Armee zu organisieren, die mit Erfolg gegen Deutsche, Österreicher, Weißrussen und am Ende gegen die Roten kämpfte. Erst im August 1921 erlag er der Übermacht der Bolschewiki und floh nach dem Westen, wo er 1935 in Paris starb. Nach dem Kronstädter Aufstand und Nestor Machnos Flucht triumphierte Trotzki: »Die Sowjetregierung hat Rußland endlich mit dem eisernen Besen vom Anarchismus befreit.«

Doch flammte er an anderen Stellen Europas wieder auf - so auch in Deutschland, wo Rosa Luxemburg am Ende des Ersten Weltkriegs für eine »sozialistische Demokratie« eintrat und gegen Lenins »sozialistische Diktatur« wetterte (Dutschke versäumte fast nie, ein »Rosa hat gesagt« in seinen Reden unterzubringen).

Im April 1919 hatten anarchistische Literaten und Sozialisten in München eine nicht-kommunistische Räte-Republik ausgerufen. Zu ihren Führern gehörten so rührende Figuren wie die Schriftsteller Ernst Toller, Erich Mühsam und Gustav Landauer, der dem Marxismus »ins Gesicht« sagte, »daß er die Pest unserer Zeit und der Fluch der sozialistischen Bewegung ist"***.

Schon sieben Tage nach ihrem Machtantritt wurden jedoch die Anarchisten von den Kommunisten beiseite gedrängt. Wenige Tage später freilich erlagen sie zusammen den Regierungstruppen. Landauer wurde bei der Eroberung Münchens erschlagen, Mühsam verurteilt und 1934 in einem KZ ermordet, Toller beging 1939 in New York Selbstmord.

Der russische Anarchismus, in dessen Gefolge auch der deutsche, waren an der Unfähigkeit gescheitert, sich zu organisieren. Südeuropas Anarchisten hingegen hatten um 1900 - nach dem Scheitern der blutigen »Propaganda durch die Tat« - einen neuen Weg betreten: den des Anarcho-Syndikalismus, des gewerkschaftlichen Anarchismus also. Die Bewegung begann in Frankreich. 1895 gründeten französische Sozialisten die heute von den Kommunisten beherrschte Confédération Générale du Travail (CGT); sieben Jahre später wurden Frankreichs Anarcho-Syndikalisten dort Mitglied.

Doch das Verhältnis der beiden Elemente der CGT war von Anfang an zwiespältig. Deutlich zutage trat der Konflikt auf einem Anarchisten-Kongreß 1907 in Amsterdam. Enrico Malatesta, ein pulvergeschwärzter italienischer Anarchist (er hatte 1877 einen Aufstand in der Provinz Benevent entfacht), warnte seine Genossen, »Beamte« der Arbeiterbewegung oder gar Parlamentarier zu werden. Beides führe zu »Korruption, und von der Korruption zum Tod ist nur ein kurzer Weg«.

Pierre Monatte hingegen, ein französischer Anarcho-Syndikalist«, hielt ihnen vor, die Beteiligung an den Gewerkschaften sei ein Mittel, »die Idee der direkten Aktion zum Gemeingut des Proletariats zu machen«. Seine Hoffnung war, über den Weg von Streiks und Generalstreik die Revolutionierung der Gesellschaft zu erreichen. Diese Hoffnung brach freilich wenige Jahre später zusammen. Die Anarcho-Syndikalisten der damals rund 600 000 Mitglieder zählenden CGT versuchten am Vorabend des Ersten Weltkrieges einen Generalstreik auszurufen. Die französischen Arbeiter aber solidarisierten sich - wie ihre deutschen Genossen - nicht mit dem Aufstand, sondern mit der Nation.

Erfolgreicher waren die spanischen Anarcho-Syndikalisten. Ihr Gewerkschaftsverband CNT und die 1927 gegründete Federación Anarquista Ibérica (FAI) waren mächtige und gefestigte Organisationen, als am 18. Juli 1936 General Franco putschte, um Liberale, Kommunisten und Anarchisten zu vernichten.

Die Anarchisten waren gut vorbereitet. Kurz vor Francos Schlag hatten sie in Saragossa ihre Revolution angekündigt: »Sobald die Phase der Gewalt vorüber ist, wird folgendes für abgeschafft erklärt: Privateigentum, Staat, Autoritätsprinzip und damit auch die Klassen.« Obwohl prinzipiell Anhänger der freien Liebe, beschlossen sie, die Familie nicht anzutasten: »Für die Krankheit der Liebe, die blind und widerspenstig machen kann, ist ein Wechsel der Kommune anzuraten.«

Francos Offensive brachte die Anarchisten jedoch in die ihnen ureigene Verlegenheit: Sie mußten sich auf eine lange Phase der Gewalt einrichten. Wie sollten sie in diesem Kampf ohne die Ausübung von Befehl und Gehorsam auskommen?

Getreu ihren Prinzipien weigerten sich die Anarchisten zwar anfänglich - obwohl sie in Katalonien praktisch die Herren der Lage waren -, in die republikanische Regierung einzutreten. Doch bereits im Herbst war die Situation der revolutionären Zentralregierung in Madrid unter Largo Caballero so kritisch geworden, daß sie der Unterstützung der Anarchisten dringend bedurfte. Unter »vielen Tränen« entschloß sich die Anarchistin Federica Montseny, ein Ministeramt anzunehmen und damit, wie sie schrieb, zum »Bruch mit meiner ganzen Lebensarbeit, mit meiner Vergangenheit, und so auch mit dem Leben meiner Eltern«.

Schon im Dezember freilich kündigte Stalins »Prawda« das Ende der Anarchisten an: »Was Katalonien anlangt, so hat die Säuberung von Trotzkisten und Anarchisten begonnen, und sie wird mit derselben Energie durchgeführt werden wie in der UdSSR.« Fünf Monate später war es soweit: Am 3. Mai kam es in Barcelona zwischen Kommunisten und Anarchisten zum offenen Konflikt. Tagelang wogte der Kampf um die »Telefónica«, das Telegraphenamt, hin und her, am 8. Mai gaben die Anarchisten auf. 400 Menschen waren in diesen Kämpfen getötet, 1000 verwundet worden****.

Der spanische Anarchismus hatte seinen Revolutionskrieg verloren, zwei Jahre bevor auch seine kommunistischen Besieger kapitulierten. Schlimmer: Der Anarchismus war an sich selber irre geworden. »Wir müssen«, gestand der Generalsekretär der CNT, Vásquez, »unser literarisches und philosophisches Gepäck über Bord werfen.«

Von den kommunistischen Brüdern und den faschistischen Gegnern gleicherweise gehetzt, entkamen einige der europäischen Anarchisten nach Mexiko oder in die Vereinigten Staaten. Rudolf Rocker, der einzige namhafte deutsche Anarchist, der Hitler überlebte, wetterte - damals in Amerika ansässig und inzwischen verstorben - gegen Marxismus und DDR-Kommunismus und kündete von dem Leidensweg seiner Genossen unter Hitler und Stalin. In Darmstadt gründeten Rocker-Anhänger 1949 die anarchistische Zeitschrift »Die freie Gesellschaft«, die bald wieder erlosch. Studentische Leser der 50-Pfennig-Zeitschrift formierten sich in zumeist kurzlebigen Zirkeln, der »Föderation freiheitlicher Sozialisten« etwa oder später der »Subversiven Aktion«.

Im Berliner Kreis der Subversiven Aktion fand Rudi Dutschke, als er 1961 aus der DDR nach West-Berlin umgesiedelt war, erste ideologische Unterkunft. Dutschke war vor dem »wissenschaftlichen« Kommunismus geflohen, den Bakunin auch den »deutschen« nannte und der, wie der Russe prophezeite, zu neuer Unterdrückung führen werde. Bakunin hatte Angst vor der »tiefen Intelligenz all dieser Ärzte und Vormunde der Menschheit«, wie sie vom »wissenschaftlichen« Kommunismus hervorgebracht wurden.

Er setzte der Wissenschaft von Marx die »instinktiven Aspirationen der Volksmassen« entgegen. Bei neu-anarchistischen Theoretikern findet sich diese Glorifizierung des »Instinkts« selten. Sie möchten die wissenschaftliche Theorie nicht aufgeben, die Freiheit aber gleichwohl behalten. Ihnen schwebt, wie ein junger Apo-Denker namens Wolfgang Dreßen schrieb*****, »die Einheit von Widerspruch und Disziplin« vor.

* Michail Bakunin: »Philosophie der Tat«. Verlag Jakob Hegner, Köln; 384 Seiten; 19,80 Mark. Michail Bakunin: »Gott und der Staat und andere Schriften«. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek; 248 Seiten; 3,80 Mark. Petr Kropotkin: »Memoiren eines Revolutionärs«. Insel Verlag, Frankfurt; 616 Seiten; 28 Mark. Gustav Landauer: »Zwang und Befreiung«. Eine Auswahl aus seinem Werk. Jakob Hegner Verlag, Köln; 276 Seiten; 8,80 Mark. Gustav Landauer: »Aufruf zum Sozialismus«. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt; 192 Seiten; 18 Mark. Wolf Kalz: »Gustav Landauer, Kultursozialist und Anarchist«. Verlag Anton Hain, Meisenheim/Glan; 164 Selten; 18,80 Mark. Pierre Joseph Proudhon: »Ausgewählte Texte«. K. F. Koehler Verlag, Stuttgart; 364 Seiten; 14,80 Mark. Pierre Joseph Proudhon: »Bekenntnisse eines Revolutionärs«. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek; 252 Seiten; 3,80 Mark. Max Stirner: »Der Einzige und sein Eigentum und andere Schriften«. Carl Hanser Verlag, München; 284 Seiten; 7.80 Mark. James Joll: »Die Anarchisten«. Propyläen Verlag, Berlin; 316 Seiten; 38 Mark. Daniel Guérin: »Anarchismus - Begriff und Praxis«. Suhrkamp Verlag, Frankfurt; 36 Seiten; 3 Mark. ** Nach Otthein Rammstedt: »Anarchismus - Grundtexte zur Theorie und Praxis der Gewalt.« Westdeutscher Verlag, Köln; 168 Seiten; 9,80 Mark. *** Tankred Dorst: »Die Münchner Räterepublik«. Suhrkamp Verlag, Frankfurt; 192 Seiten; 3 Mark. **** Augustin Souchy: »Anarcho-Syndikalisten über Bürgerkrieg und Revolution in Spanien«. März Verlag, Darmstadt; 276 Seiten; 10 Mark. ***** Wolfgang Dreßen: »Antiautoritäres Lager und Anarchismus«. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin; 160 Seiten; 5,50 Mark.

Zur Ausgabe
Artikel 67 / 95