Zur Ausgabe
Artikel 96 / 135
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

MUSIK Wiener Wunderkind

aus DER SPIEGEL 7/1999

Sein Schaffen ist umfangreich, spätromantisch melodienselig und nahezu vergessen. Im Bewußtsein des großen Klassikpublikums überlebten vom Gesamtwerk des Wiener Komponisten Erich Wolfgang Korngold (1897 bis 1957) gerade mal zwei Stücke: das süffige Violinkonzert und die opulente Oper »Die tote Stadt«. Korngold, ein musikalisch frühreifes Wunderkind, emigrierte in den dreißiger Jahren nach Hollywood, wo er sich als Filmkomponist verdingte, was ihm flüchtigen Ruhm und sogar zwei Oscars einbrachte. Jetzt will die Deutsche Grammophon den Komponisten rehabilitieren. In einem CD-Set präsentiert die Firma auf zwei Platten Kammermusik (das Klavierquintett op. 15 und die Suite für Streicher und Klavier op. 23) sowie eine Auswahl seiner Lieder. Der schwedischen Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter, ihrem Pianisten Bengt Forsberg und einem exzellenten Streicherensemble gelang eine glänzende Wiedergutmachung dieser zwischen Hochromantik und Moderne überschwenglich schlingernden Wiener Musikmelange.

Zur Ausgabe
Artikel 96 / 135
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.