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SATIREN Winifred und Wolf

aus DER SPIEGEL 25/1998

Das hat er sich immer gewünscht: »Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich.« Also könnte Adolf Hitler auch heute noch gelegentlich seine Freude haben - geht der Mann nie von uns? Hans-Georg Behr, 61, Wiener Autor und Theatermacher, stellt ihn jetzt in einer abgründigen Bühnen-Collage an die Seite der Richard-Wagner-Schwiegertochter Winifred ("Winifred und Wolf«, Verlag Zweitausendeins), der Bayreuth-Herrin, die ihn »Wolf« taufte und ihm das Papier für »Mein Kampf« spendierte. Am Piano klimpert gelegentlich Richard Wagner: das Dritte Reich als Dreieck. Grausamer Witz der Collage: Alle reden weitgehend O-Ton, ein surreales Doku-Drama also, Behr nennt es »Eine historische Posse mit Gesang« - Nestroy läßt grüßen. Die Uraufführung, am 6. September in der Akademie der bildenden Künste zu Wien, will der Autor persönlich inszenieren. Fäkales soll dabei nicht fehlen: Hitler, der häufig an Blähungen litt, verlautet sich auf der Bühne mehrfach in nicht verbalem O-Ton.

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