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Video Wunderkind im Rösselsprung

aus DER SPIEGEL 31/1994

Zu Oscar-Ruhm ist der amerikanische Drehbuchschreiber Steven Zaillian durch »Schindlers Liste« gekommen. Doch zuvor schon genoß er Ansehen als einfühlsamer Filmautor für dokumentarische Stoffe, etwa »Awakenings« nach dem Buch von Oliver Sacks. Kein Zufall also, daß Zaillian auch in seinem ersten Film in eigener Regie, »Searching for Bobby Fisher«, eine wahre Geschichte erzählt: Ein New Yorker Ehepaar entdeckt mit Verblüffung, daß sein siebenjähriger Sohn ein Schachgenie ist, und wird von der gefährlichen Eigendynamik der Wunderkindkarriere mitgerissen. Zaillians feingestrickter Film (mit Joe Mantegna als Vater des Knaben und Ben Kingsley als Schachguru), der die Konflikte nicht wegbügelt, war in den USA kein Hit und erschien nun in Deutschland unter dem Titel »Das Königsspiel« bei CIC auf Video. Was ihn auszeichnet, ist Beharrlichkeit im Detail: Der reale Schachjungstar, der inzwischen 17 ist, war als Berater dabei, und auch seinen kleinen Hauptdarsteller Max Pomeranc hat Zaillian nicht in einer Filmagentur gefunden, sondern bei einem Schachturnier.

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