Xavier Naidoo überrascht mit Entschuldigungsvideo »Ich habe erkannt, auf welchen Irrwegen ich mich teilweise befunden habe«

Sänger Xavier Naidoo machte zuletzt vor allem mit Verschwörungsgeschwurbel von sich reden. Nun bittet er in einem rund dreiminütigen Video um Verzeihung – und erklärt seinen Sinneswandel.
Xavier Naidoo bei einem Konzert im August 2019: »Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus sind mit meinen Werten nicht vereinbar«, erklärt der Sänger nun per Video

Xavier Naidoo bei einem Konzert im August 2019: »Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus sind mit meinen Werten nicht vereinbar«, erklärt der Sänger nun per Video

Foto: Kadir Caliskan / IMAGO

Drei Minuten und 14 Sekunden ist das Video lang, das der Sänger Xavier Naidoo am Dienstagabend auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht hat. Und was er darin sagt, dürfte für die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer eine Überraschung sein. Zum Beispiel: »Ich habe erkannt, auf welchen Irrwegen ich mich teilweise befunden habe.« Und: »Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue.«

Zum Hintergrund muss man wissen, dass Naidoo in den vergangenen Jahren vor allem mit Verschwörungsgeschwurbel von sich reden machte , mit seiner Nähe zu Reichsbürgern und der QAnon-Bewegung. Im März 2020 musste er die Jury der RTL-Sendung »Deutschland sucht den Superstar« verlassen, Vorwürfe des Rassismus wies er anschließend vehement zurück. Ende 2021 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass der Sänger als Antisemit bezeichnet werden durfte.

Nun also ein Entschuldigungsvideo.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

»Servus, ihr Lieben«, sagt Naidoo zu Beginn des Clips. Den Text liest er offenbar ab. »Ich melde mich heute bei euch, weil ich zu etwas Stellung beziehen möchte.« Dann berichtet er davon, wie ihn die russische Invasion in die Ukraine »bestürzt und aufgerüttelt« habe. Seine Frau stamme aus der Ukraine, sagt Naidoo. »Und aus diesem wunderschönen Land musste ich jetzt Familie und Freunde rausholen, weil dort Angst und Schrecken herrschen.«

Die Welt scheine wie auf den Kopf gestellt. Und er habe sich gefragt, so Naidoo, wie es so weit habe kommen können. Dabei habe er sich auch kritisch mit seinen eigenen Äußerungen in der Vergangenheit auseinandergesetzt. »Ich habe erkannt, auf welchen Irrwegen ich mich teilweise befunden habe und dass ich in den letzten Jahren viele Fehler gemacht habe.«

Mit »verstörenden Äußerungen« – »für die ich mich entschuldigen möchte« – habe er seine Familie, Freunde, Fans und andere Menschen »irritiert und provoziert«.

Die Suche nach Wahrheit sei ein zentraler Punkt seines Charakters, erklärt Naidoo weiter. Er habe sich auf den Weg gemacht und sich dabei »letztlich verrannt«. Er habe sich »Theorien, Sichtweisen und teilweise auch Gruppierungen geöffnet, von denen ich mich ohne Wenn und Aber distanziere und lossage. Ich war von Verschwörungserzählungen geblendet und habe sie nicht genug hinterfragt, habe mich zum Teil instrumentalisieren lassen.« Bei der Wahrheitssuche sei er wie in einer Blase gewesen, er habe sich »manchmal vom Bezug zur Realität entfernt«. Das habe er leider jetzt erst erkannt, sagt Naidoo. »Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue.«

Er distanziere sich von allen Extremen, insbesondere von rechten und verschwörerischen Gruppen, erklärt der Sänger. »Ich stehe für Toleranz, Vielfalt und ein friedliches Miteinander. Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus sind mit meinen Werten nicht vereinbar. Und ich verurteile diese aufs Schärfste.«

Mit einigen seiner Äußerungen und Verhaltensweisen habe er Menschen vor den Kopf gestoßen und verletzt, was er sehr bedauere. »Hierfür entschuldige ich mich und bitte euch um Verzeihung.«

Das Video wurde bei YouTube binnen weniger Stunden mehr als 24.600-mal aufgerufen. Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.

aar