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FILM Yankees Rache

aus DER SPIEGEL 27/1969

Che! (USA). »Objektiv« und »dokumentarisch«, gab die amerikanische Centfox an, sei das 20-Millionen-Mark-Werk über den Revolutionsheroen Che Guevara gestaltet. 0 Che.

In einem Land nach Art des Wilden Westens schlürft ein sinistrer Castro (Jack Palance) immer noch einen Brandy, ehe er politische Kindersprüche bellt; und Che, ein romantischer Desperado, muß, ehe ihn die Kugeln fällen, vorwiegend fesch und terroristisch sein.

Der fettäugige Omar Sharif trägt Bart und Barett des marxistischen Märtyrers -- grausamer konnte das Yankee-Kino sich an Che nicht rächen (Regie: Richard Fleischer). Billiger ist auch die südamerikanische Revolutionsbewegung noch nicht verkauft worden.

Kein Wort fällt über die sozialen und wirtschaftlichen Gründe der Revolte, und die dokumentarischen Einschnitte sind eher skurril: Seit die Guerillas in den Wäldern ballern, so berichtet ein bolivianischer Hirte, spenden seine Ziegen keine Milch mehr.

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