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Gestorben Yaphet Kotto, 81

aus DER SPIEGEL 12/2021
Foto: All mauritius images Content+ / mauritius images / AF archive / Alamy

Er war dabei, als Martin Luther King 1963 in Washington seine berühmte Rede »I Have a Dream« hielt. Damals, so erzählte Yaphet Kotto Jahre später, habe er über seinen eigenen, ganz persönlichen Traum nachgedacht. Geboren wurde Kotto in New York als Sohn eines aus Kamerun eingewanderten konvertierten Juden. In seiner Autobiografie nannte er seinen Vater einen »Kronprinzen«. Mit 19 Jahren gab Kotto in »Othello« sein Bühnendebüt. Er spielte am Broadway Theater und bekam Mitte der Sechzigerjahre erste Nebenrollen in Filmen und Fernsehserien. Der Durchbruch gelang ihm 1973 mit der Rolle des Bösewichts Mr. Big in Roger Moores James-Bond-Einstand »Leben und sterben lassen«. Die monsterhafte Figur mit riesigem Schädel und gelben Augen aus Ian Flemmings Buch machte Kotto zu einem Bösewicht mit Stil. Über Jahrzehnte blieb er ein charismatischer Nebendarsteller in Filmen wie »Midnight Run« und »Running Man«. 1979 hatte er in dem Science-Fiction-Klassiker »Alien« einen unvergesslichen Auftritt als Mechaniker Parker. Er sei so überzeugt von dem Film gewesen, erzählte Kotto einmal, dass er lukrativere Angebote abgelehnt habe, damit er mitspielen konnte. Als der Vater von sechs Kindern seiner ältesten Tochter die Stelle zeigte, an der er 1963 bei Kings Rede gestanden hatte, riefen Touristen beim Anblick Kottos begeistert: »Alien!« Sein Traum von Berühmtheit war in Erfüllung gegangen. Yaphet Kotto starb am 15. März in der Nähe von Manila.

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