Video über Corona-Heilmittel YouTube sperrt Trumps neuen Lieblingssender OANN

Das One America News Network darf sieben Tage keine neuen Videos mehr auf YouTube veröffentlichen. Der Grund: Der konservative Kabelkanal hatte für ein angebliches Wundermittel gegen Covid-19 geworben.

Ein garantiertes Wundermittel gegen Corona? Damit ging das One America News Network (OANN) nach Ansicht von YouTube zu weit. Die Videoplattform hat dem Rechtsaußenkanal für eine Woche untersagt, neue Videos zu veröffentlichen. Das sagte eine YouTube-Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters. OANN habe wiederholt unter anderem gegen die Regeln der Plattform gegen Fehlinformationen zum Coronavirus verstoßen. Um weiterhin Geld mit seinen Inhalten auf YouTube verdienen zu können, werde sich der Sender erneut bewerben müssen, hieß es weiter.

OANN verbreitet immer wieder Verschwörungstheorien. Der erzkonservative Sender ist ein vergleichsweise kleiner Kanal. Doch als der scheidende US-Präsident Donald Trump sich im Endspurt des Wahlkampfs immer häufiger vom konservativen Sender Fox News verraten fühlte, ernannte er kurzerhand OANN zu seinem neuen Lieblingskanal, teile immer wieder Beiträge des Senders auf Twitter, nannte ihn eine »großartige Alternative« zu Fox News – und verschaffte OANN damit eine ganz neue Popularität. OANN bot Trump im Gegenzug eine Plattform, um dessen unbelegte Behauptungen über Betrug bei den Präsidentschaftswahlen zu verbreiten.

YouTube teilte weiter mit, man habe eine »Three-Strikes Policy«, nach der dritten Verfehlung werde ein Konto endgültig von der Plattform entfernt. OANN habe sich mit dem Video die erste Verwarnung eingehandelt.

In dem Beitrag sei das auch von Trump trotz fehlender wissenschaftlicher Beweise als mögliches »Geschenk des Himmels« gepriesene Hydroxychloroquin als Wunderheilung für Covid-19-Patienten benannt worden – ungeachtet dessen, dass die US-Arzneimittelbehörde die Zulassung für das Medikament bereits im Juni zurückgezogen hatte. Es gebe Hinweise darauf, dass das Malariamittel nicht wirksam sei und zudem schwere Nebenwirkungen verursachen könnte.

YouTube und andere große Plattformen werden immer wieder für ihren Umgang mit Fehlinformationen auf ihren Websites kritisiert. Am Dienstag hatten vier demokratische US-Senatorinnen und -Senatoren YouTube-Chefin Susan Wojcicki mit Blick auf die Stichwahl im US-Bundesstaat Georgia schriftlich aufgefordert , Inhalte zu entfernen, die Fehlinformationen über Wahlergebnisse verbreiten.

sak/Reuters
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.