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BÜCHER Z.

Vassilis Vassilikos: »Z«. Blanvalet; 260 Seiten; 22 Mark (kartoniert: 14,80).
aus DER SPIEGEL 43/1968

Als der Parlamentarier Grigorios Lambrakis am 22. Mai 1963 in Saloniki von einem Motorrad tödlich überfahren wurde, stand für die Rechten fest, daß es sich um einen Verkehrsunfall gehandelt hatte; Griechenlands Linke aber witterten politischen Mord und malten heimlich »Z« (für griechisch »zei« er lebt) an die Häuserwände.

Der Schriftsteller Vassilikos, 35, heute im Pariser Exil lebend, hat den Getöteten zum Helden eines Schlüsselromans erhoben, der im Griechenland der Militärdiktatoren unterdrückt wird: »Z« ist identisch mit Lambrakis.

Der Romancier rekonstruiert den politischen Kleinkrieg, der im griechischen Norden dem Lambrakis-Tod vorausging. Er führt reichlich knüppelnde Schergen, dienstwillige Spitzel und korrupte Beamte vor -- leider auch reichlich schablonenhafte.

Vassilikos, eher für aufrechte Gesinnung als hervorragenden Stil zu loben, bevorzugt sprachliche Klischees und gelegentlich auch verschwommene Lyrismen. Seine Kontraste sind so kräftig wie schlicht: Böse Reaktionäre werden durch das Bekenntnis »Wir wollen Krieg«, edle Fortschrittliche durch die Parole »Es lebe der Frieden« charakterisiert.

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