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ZDF-Spiel über DDR-Dorf

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aus DER SPIEGEL 24/1983

Wenn das ZDF-Dokumentarspiel zum Geschichtsunterricht läutet, werden meist höchste Ansprüche an die Geduld der Zuschauer gestellt. Dreimal neunzig Minuten dauert das TV-Spiel über ein DDR-Dorf ("Das Dorf") von Peter Steinbach (Buch) und Claudia Holldack (Regie), das in drei Teilen, Beginn stilgerecht am 17. Juni, ausgestrahlt wird. Autor Steinbach erzählt behäbig und bieder die Geschichte des fiktiven DDR-Dorfes Dübritz von der Stunde Null bis heute: Der Sozialismus, wir wissen es ja, siecht. Östlich der Elbe gelegen, marschierten in Dübritz 1945 zuerst die Russen, dann die Amerikaner, später die verkniffenen kommunistischen Deutschen ein, Schulter an Schulter mit allen DDR-Klischees. Lange weilt die Schwarzweiß-Kamera auf denen. Wie in Sprechblasen geben die Akteure ihre Thesen von sich. Der Film trieft vor guter Absicht, deutsch-deutsche Historie realistisch zu dokumentieren. So schimmert nur wenig vom Fatalismus der DDR-Bürger und der Entfremdung beider deutscher Staaten durch.

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