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Fotografie Zeichen und Wunden

aus DER SPIEGEL 22/1996

Blut auf der Straße, zerschossene Häuser, zerfetzte Körper - Kriege sehen immer gleich entsetzlich aus. Überall waren die Fotos der Ermordeten und Verwundeten von Bosnien abgebildet, doch kaum einer hat am Ende noch wirklich hingesehen. Die Hamburger Galerie »Aida« zeigt deshalb in der Ausstellung »Kinder des Krieges - Bilder aus Bosnien« solche Fotos, die von den Verletzungen der Kinderseelen zeugen. Aufgenommen wurden sie von sechs Fotografen aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Großbritannien. »Ich wollte nie den Krieg als solchen zeigen, die Greuel und den Horror«, sagt der Schweizer Thomas Kern, der in diesem Jahr auch den World-Press-Fotopreis gewonnen hat. Die Bilder zeigen auch die Ohnmacht der Journalisten. »Ich frage mich«, schreibt Fotograf Tomas Muscionico, »warum ich nie wieder nach Dobrinja zurückgekehrt bin. Waren es die Alpträume, die ich dort erlebt habe, oder die Frustration darüber, wie Journalisten im sicheren Hotel Holiday Inn saßen, während die Stadt langsam starb.«

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