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Film Zeit für muskulöse Götter

aus DER SPIEGEL 42/1993

Ist sie denn nicht längst vorbei, die von Hitlers Günstling Arno Breker mit arischen Kraftmeiern bevölkerte »Zeit der Götter«? So heißt eine kritische »Filmcollage«, die jetzt in deutschen Programmkinos läuft. Der aus Leipzig stammende Multimediakünstler Lutz Dammbeck befragt Zeitzeugen nach dem bis zu seinem Tod 1991 vielbeschäftigten Konfektionär des Pathos. Er findet auch Zeichen für eine seltsam weiterwabernde, wenn nicht auflebende Breker-Faszination: Mäzen Peter Ludwig sieht des Bildhauers plastische Giganten »in die Zukunft ragen«, an märkischer Breker-Wirkungsstätte tummeln sich Touristen, und sogar die »Pantographen« werden noch benutzt, jene zirkelähnlichen Vergrößerungsgeräte, mit denen er handliche Modelle ins Monumentale übertragen ließ. Schließlich hat der - selbst von Breker porträtierte - Schriftsteller Ernst Jünger, Uralt-Fan vermeintlich idealer Schönheit, entdeckt, von »Göttern« zu reden, mache den Sprecher mittlerweile »nicht mehr ganz indiskutabel«.

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