Neues Video von Rezo »Woher eine so realitätsferne Politik kommt, weiß ich nicht«

Verschwörungsmythen, Nähe zu Energiekonzernen, Wissenschaftsskepsis: Rezo knöpft sich im neuen Video Politiker vor, die er in der Klimakrise besonders kritisch sieht. Im Fokus steht die Bundesregierung – und vor allem die CDU.
Rezo setzt mit dem neuen Video die Reihe der »Zerstörungsvideos« fort (Archivbild)

Rezo setzt mit dem neuen Video die Reihe der »Zerstörungsvideos« fort (Archivbild)

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Henning Kaiser/ dpa

Schon nach »Zerstörung Teil 1« war klar, mindestens Teil 2 wird noch kommen und jetzt ist er da. Der Videoblogger Rezo hat die Reihe seiner Anklagevideos fortgesetzt. Nach »Inkompetenz« in Teil 1 zeigt schon der Titel, worum es in Teil 2 gehen wird – die »Klima-Katastrophe«. »Wir werden in diesem Video sehen, dass die aktuelle Regierung nicht nur in ihren eigenen Zielen scheitert, sondern auch verfassungswidrige Gesetze beschließt und sogar Fortschritt aktiv verhindert«, fasst Rezo eine seiner Hauptthesen gleich zu Beginn des Videos zusammen. Er werde sich dabei alle Parteien vornehmen, sagt er, seine Kritik richtet sich aber, wie schon in den erschienenen Videos, vor allem gegen die CDU/CSU.

In mittlerweile bekannter Rezo-Manier gestaltet der Blogger sein Video: eingeblendete Bilder, unterlegte Sounds, eingespielte Videosequenzen, schnelle Schnitte.

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Das Grundproblem stellt Rezo direkt an den Anfang: »Die Klimakrise ist jetzt schon am Start, und sie ist auch hier schon am Start«. Sein erster Kritikpunkt: Politiker, die sich ganz bewusst gegen wissenschaftliche Erkenntnisse stellten: »Wenn man diese sicheren Erkenntnisse dann leugnet, dann ist man kein Skeptiker oder Hinterfrager, dann ist man auf demselben Level wie andere Aluhutträger, die meinen, dass Bill Gates kleine Kinder isst«. Er nennt die AFD, zeigt einen Tweet von Nicola Beer (FDP) und widmet sich dann der CDU, die auch bei der kommenden Bundestagswahl neue Kandidaten antreten ließe, die »wissenschaftsfeindliche Meinungen« verbreiteten.

Kohleunternehmen erhielten Sonderbehandlung

Sein nächster Kritikpunkt: Die Verstrickungen zwischen Politikern und dem Energiekonzern RWE. Es sei problematisch, dass zu viele Politiker »sehr, sehr close mit reichen Unternehmen sind, die ein großes finanzielles Interesse daran haben, dass wir die Klimakrise weniger bekämpfen«. Besonders ausgeprägt seien solche engen Verbindungen zu Unternehmen bei Politikern der Unions-Parteien. Die Kohleunternehmen hätten schon immer eine finanzielle Sonderbehandlung erhalten, die mit den viel zu hoch angesetzten Entschädigungen für den Kohleausstieg erneut klar erkennbar gewesen sei.

In den Reihen der Union zieht dabei vor allem Armin Laschet, Kanzlerkandidat und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, die Empörung Rezos auf sich. In Bezug auf die Räumung des Hambacher Forsts zitiert er aus einem geleakten Video. Laschet habe darin zugegeben, sich einen Vorwand gesucht zu haben, um den Wald räumen lassen zu können. Gerade Nordrhein-Westfalen hinke beim Klimaschutz hinterher, um das zu verdeutlichen, greift Rezo das neue Kohlekraftwerk Datteln IV oder den zurückgehenden Windkraftausbau auf.

Große Koalition würde Fortschritt aktiv verhindern

In ganz Deutschland seien dabei Arbeitsplätze für erneuerbare Energien abgebaut worden. Der Kommentar des Bloggers dazu richtet sich direkt an die Große Koalition: »Ihr habt es geschafft, ne Situation, die schon nicht gut war, noch um Vielfaches schlimmer zu machen.« SPD und CDU fielen nicht nur dadurch auf, dass sie im Fortschritt und den eigenen Zielen scheiterten, sie würden diesen Fortschritt sogar aktiv verhindern. Insgesamt scheint die amtierende Bundesregierung den YouTuber ratlos zurückzulassen: »Woher eine so realitätsferne Politik kommt, weiß ich nicht.«

Ausschlaggebend für die anstehende Entwicklung sei nun die Bundestagswahl: »Wenn die nächste Bundesregierung das Thema noch ein paar Jahre nicht so ernst nimmt und ansatzweise so weiter macht, wie es CDU und SPD bisher tun, dann schaffen wir das nicht mehr.« Deshalb appelliert Rezo am Ende seines zweiten Videos an die Wahlberechtigten und besonders an die große Wählergruppe der Älteren: »Ihr entscheidet über die Zukunft der jungen Generation.« Ein weiteres finales Video soll folgen.

tfb
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