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Zwiebelfisch-Abc

China/Chile/Chemnitz



Saupreißn, kinesische!
DPA

Saupreißn, kinesische!

Die standardgemäße Aussprache des "Ch" am Wortanfang vor den hellen Vokalen "e" und "i" ist ein weiches "ch" wie in "Licht" und "Blech". Man nennt dies den Ichlaut, das phonetische Zeichen dafür ist ein [ç].

In Süddeutschland allerdings wird das Ch wie ein K ausgesprochen, dort sagt man Kina, Kinesen, Kemie und Kirurg. Die Norddeutschen amüsieren sich gern darüber, sind ihrerseits aber nicht konsequent, wenn es um die Aussprache des Chiemsees geht. Den spricht nämlich auch ein "Preiß" mit knackigem k, obwohl er das ch nach aller Logik weich artikulieren müsste. Hier hat sich das Bayerische durchgesetzt.

Inkonsequent sind die Bayern ihrerseits bei Chile: Hier sagen sie nicht Kile, wie man es erwarten könnte, sondern Tschile.

Auch die Stadt Chemnitz wird nach süddeutscher Art mit K gesprochen. Womit bewiesen wäre, dass der Süden Deutschlands nicht erst in Bayern, sondern bereits in Sachsen beginnt. Zu DDR-Zeiten wurde Chemnitz am Wortanfang nicht nur mit einem K gesprochen, sondern auch mit einem K geschrieben: Da hieß es nämlich Karl-Marx-Stadt*.

*Dazu wiederum bemerkt ein Leser: "Die Stadt Chemnitz wurde zwar zu DDR-Zeiten mit einem K am Anfang geschrieben, so gesprochen wurde sie aber nur selten. In Sachsen war vielmehr 'Gorl-Morx-Stodt' zu hören - die berühmte Stadt mit drei O!"

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