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Zwiebelfisch

Wer im Glashaus sitzt...

...der sollte sich nicht im Hellen ausziehen, heißt es. Oder so ähnlich. Der "Zwiebelfisch" tut es trotzdem. Ihm bleibt gar nichts anderes übrig. Daher ein Hinweis in eigener Sache.

Glashaus: Die Nachbarn sind nur einen Steinwurf entfernt
GMS

Glashaus: Die Nachbarn sind nur einen Steinwurf entfernt

Gelegentlich (meist eher ungelegentlich) erreichen uns E-Mails, in denen sich Leser über Fehler beklagen; seien es gewöhnliche Tippfehler, Buchstabendreher, fragwürdige Zeichensetzung, Verwechslung von "das" und "dass", fehlende oder überzählige Wörter. Die Palette der Möglichkeiten ist riesig, in der Regel ist für jeden was dabei.

Da SPIEGEL ONLINE unter hohem Aktualitätsdruck arbeitet, lassen sich Fehler nicht immer vermeiden. Zum Glück aber müssen die nicht auf ewig bleiben, wo sie sind. Ein wesentlicher Vorteil des Internets gegenüber dem gedruckten Papier besteht ja darin, dass Fehler nachträglich berichtigt werden können; wie auch die Artikel im Ganzen ständig verändert und aktualisiert werden können. Daher hilft es durchaus, wenn man bei Entdeckung eines Fehlers auf "Leserbrief schreiben" klickt und dem Verfasser des Textes in wenigen Worten mitteilt, dass sein Artikel an dieser oder jener Stelle einen Fehler enthält. Wer es dabei auch noch schafft, sich seine eventuelle Verstimmtheit nicht allzu deutlich anmerken zu lassen, kann sicher sein, dass seine Zeilen vorrangige Beachtung finden. Spätere Leser werden es danken, wenn sie den von Fehlern bereinigten Text aufrufen. Das heißt, sofern sie über einen sechsten Sinn verfügen, der ihnen sagt, dass an dieser oder jener Stelle noch vor kurzem ein Fehler gestanden hat, der inzwischen dank eines Hinweises korrigiert wurde.

Weniger hilfreich sind E-Mails, die sich generell über ein hohes Fehleraufkommen ereifern. Solange sich im Internet mit Nachrichten so wenig Geld verdienen lässt wie zurzeit, wird sich SPIEGEL ONLINE kaum eine rund um die Uhr arbeitende Korrekturlesermannschaft leisten können.

Auch der Aufruf an den "Zwiebelfisch", dass wer im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen sollte, verhallt wirkungslos, sofern er sich auf allgemeine orthografische Mängel im Angebot von SPIEGEL ONLINE bezieht. Anders verhält es sich mit Fehlern, die sich in "Zwiebelfisch"-Texte eingeschlichen haben - denn auch das kommt bisweilen vor. Hier ist der Verfasser für Hinweise selbstverständlich zugänglich und dankbar.

Noch immer gilt: Der "Zwiebelfisch" ist kein Gesetzbuch. Wenn diese Kolumne eine Mode, eine Marotte, eine Manieriertheit (wie den Anglizismus "das macht Sinn") aufgreift und als unsinnig darstellt, heißt das nicht, dass alle Kollegen von SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE sich danach richten würden. In Bezug auf Sprache und Stil hat jeder eigene Wertvorstellungen, jeder verlässt sich auf sein eigenes Sprachgefühl.

Wenn Sie "Verstöße" gegen "Zwiebelfisch"-Empfehlungen entdecken, sei es auf SPIEGEL ONLINE oder in irgendeinem anderen Angebot, so mailen Sie diese Entdeckung nicht an den "Zwiebelfisch", denn der weiß ja schon, wie die Regel lautet; mailen Sie stattdessen dem Verursacher Ihres Ärgernisses den entsprechenden "Zwiebelfisch"-Artikel. So können Sie einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Orthografie und des Stils im deutschsprachigen Internet-Journalismus leisten!

Herzliche Grüße aus dem Glashaus! Bis zum nächsten Steinwurf!

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