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KUNST Zwischen den Wolken

aus DER SPIEGEL 39/2000

Abgehoben wirkte die Idee des russischen Künstlers Valerij Bugrov. Immerhin hatte er sich nicht weniger vorgenommen, als Menschen, Himmel und Erde in einem einzigen Kunstwerk zusammenzubringen. Vor neun Jahren setzte er im Auftrag des niedersächsischen Kunstvereins Springhornhof einen kreisrunden 200-Quadratmeter-Spiegel in die umliegende Heidelandschaft. Ein schmaler Spalt ermöglichte es den Besuchern, bis zum Mittelpunkt der Plattform vorzudringen - zwischen die gespiegelten Wolken, Sonnenstrahlen und nachts auch zwischen die Sterne. Titel: natürlich »Himmel und Erde«. »Es sah aus«, sagt Bugrov, »als sei ein Stück vom Kosmos auf der Erde gelandet«, und das Objekt habe das Publikum begeistert. Doch der Spiegel hielt nur ein Jahr, dann wurde er von Unbekannten zertrümmert. Erst jetzt konnte der privat finanzierte Kunstverein, der in den vergangenen 30 Jahren in seiner Umgebung einen spannenden Parcours von Kunstobjekten angelegt hat, das Geld für eine neue Version zusammenkratzen. Am kommenden Wochenende wird »Himmel und Erde II« eingeweiht. Dieses Mal hat Bugrov ein Spezialglas verwendet. Einen Schutz vor Vandalen, fürchtet er, werde es aber nie geben.

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