Absolventen Beim Einstieg schon ein Bildungsoldie

Neue Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft belegen: Junge Deutsche starten erst im fortgeschrittenen Alter ins Berufsleben - das gilt für Abiturienten ebenso wie für Azubis und Hochschulabsolventen.


Abiturienten sind im Schnitt schon 20,1 Jahre alt, wenn sie das Gymnasium beenden, an integrierten Gesamtschulen sogar 20,4 Jahre. Hochschulabsolventen verlassen ihre Alma Mater erst im stolzen Alter von 28 Jahren. Und selbst Auszubildende, im Vergleich der Berufseinsteiger jung, haben durchschnittlich 19 Jahre auf dem Buckel, wenn sie ihre Lehre beginnen.

Diese Zahlen veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft kürzlich unter Berufung auf Erhebungen des Statistischen Bundesamtes. Durch das hohe Einstiegsalter sei ein später Berufsstart vorprogrammiert.

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Statistik: So alt sind Abiturienten, Azubis und Akademiker
Das Durchschnittalter der Abiturienten hat sich im Vergleich zu 1992 nicht verändert, obwohl einige Bundesländer in jüngster Vergangenheit die Schulzeit bis zum Abitur auf zwölf Jahre verkürzt hatten. Bei den Auszubildenden ist der Wert sogar noch angestiegen, sie sind im Durchschnitt bei Lehrantritt ein halbes Jahr älter als noch vor zehn Jahren. Grund: Immer häufiger schalten sie der eigentlichen Lehre andere berufsvorbereitende Jobs vor.

Ein Uni-Studium nehmen die Abiturienten im Schnitt mit 21 Jahren auf, an Fachhochschulen sind sie noch älter: 22,6 Jahre. Zum recht fortgeschrittenen Alter der Erstsemester addieren sich lange Studienzeiten. Spitzenreiter sind hier die Sportwissenschaftler mit durchschnittlich 15,1 Semestern, gefolgt von Kunstwissenschaftlern mit 14,7 Semestern und Sprach- und Kulturwissenschaftlern mit 14,4 Semestern.

So haben die Künstler mit 29,6 Jahren schon fast die heikle Dreißiger-Schwelle erreicht, wenn sie ihre Hochschule verlassen. Mathematiker und Naturwissenschaftler schaffen das zwei Jahre früher.

jaf

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