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Akademische Namensschilder Ämter, Titel, Würden

An den Hochschulen gibt es eine wahre Titelflut. Selbst wer sich jahrelang auf dem Campus herumdrückt, hat oft keinen richtigen Durchblick - die wichtigsten akademischen Würden im Schnelldurchlauf.
Von Hermann Horstkotte

Universitätsprofessor: ist der hauptberufliche Inhaber einer entsprechenden Planstelle an der Uni, ernannt vom Arbeitgeber, also dem Bundesland oder der Hochschule, auf Probe oder gleich entfristet/auf Lebenszeit; eingestuft in eine von zwei Besoldungsklassen plus individueller (Leistungs-)Zulagen.

Professor: Lehrender an der Fachhochschule; von der höheren Lehrverpflichtung abgesehen dem Universitätsprofessor gleichgestellt.

Außerplanmäßiger Professor: Universitätslehrer ohne planmäßige Professorenstelle, mit unbezahlter Lehrverpflichtung von zwei Semesterwochenstunden in jedem zweiten Halbjahr. Der Titel oder (je nach Bundesland) die akademische "Würde" geht traditionell auf Vorschlag des Fachbereichs an besonders bewährte Privatdozenten; ganz üblich in der Medizin. Neuerdings nach Gesetz oder Votum des Fachbereichs auch Abschiedsgeschenk für Juniorprofessoren a.D.

Honorarprofessor: Den Titel erhalten auf Vorschlag des jeweiligen Fachbereichs oft verdiente Kollegen anderer Hochschulen - oder langjährige Lehrbeauftragte als Anreiz und Belohnung.

Privatdozent: Absolvent der Hochschullehrerprüfung an Universitäten (Habilitation); ohne entsprechende Stelle, aber mit Verpflichtung zu zwei Semesterwochenstunden entgeltloser "Titellehre" in jedem zweiten Semester; in manchen Bundesländern auch gesetzliches Abschiedsgeschenk für ehemalige Juniorprofessoren (mehr unter diesem Titel).

Juniorprofessor: Nachwuchswissenschaftler, der sich in der Regel nach der Doktorprüfung über sechs Jahre in Lehre, Forschung und Verwaltung für die weitere Hochschullaufbahn qualifizieren soll; besoldet wie ein Studienrat am Gymnasium.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Akademiker mit oder (noch) ohne Doktortitel, der als weisungsgebundener Angestellter befristet im Hochschuldienst steht oder als "Akademischer Rat /Oberrat" und schließlich "Direktor" auf Zeit oder Lebenszeit verbeamtet ist.

Lehrbeauftragter: Spezialist für bestimmte Fachgebiete, der nur nebenberuflich und oft unentgeltlich an der Hochschule lehrt; reizvoll für Manager oder Freiberufler, die nach einigen Jahren vom Fachbereich zu Honorarprofessoren gekürt werden können.

Lehrkraft für besondere Aufgaben: sind etwa haupt- oder nebenberufliche "Lektoren" für seltene Fremdsprachen oder von der Schule abgeordnete "(Ober)Studienräte/Studiendirektoren im Hochschuldienst".

Der Rektor (aus dem Kreis der Professoren) oder (oft von außen berufene) Präsident ist der Spitzenvertreter der Hochschule nach außen. Der Dekan ist der Vorsitzende eines Fachbereiches etwa für Erziehungswissenschaften oder Maschinenbau oder Medizin.

Hochschulgrade, die durch Prüfung erworben werden, sind: Bachelor (nach drei oder vier Studienjahren), Master (nach fünf Jahren), dann Doktor oder in englischer Version PhD, abschließend Privatdozent. Doktor (Dr.) und Privatdozent (PD) stehen vor, die englischen Titel hinter dem Namen. Anredeform für den PhD gleichwohl: "Doctor Mustermann".