Akademischer Titelkampf Stoiber-Tochter klagt ihren Doktor ein

Sie war das erste Ziel der VroniPlag-Jäger: Veronica "Vroni" Saß, Tochter von Edmund Stoiber. Sie verlor ihren Doktorgrad, weil "erhebliche Teile" ihrer Arbeit aus Plagiaten bestehen, wie die Uni Konstanz feststellte. Jetzt will sie den Dr. zurück und hat Klage eingereicht.

Eine bayerische Familie: Ehepaar Stoiber, Tochter Veronica Saß, die um ihren "Dr." kämpft
dapd

Eine bayerische Familie: Ehepaar Stoiber, Tochter Veronica Saß, die um ihren "Dr." kämpft


Sie haben mittlerweile 17 Doktorarbeiten und eine Habilitationsschrift auf ihrer Plattform VroniPlag dokumentiert, darunter so prominente Fälle wie den der FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin und der Langzeit-Plagiatsverdächtigen Margarita Mathiopoulos. Doch benannt haben die Plagiatsjäger im Netz ihre Seite nach der Autorin der ersten Dissertation, die sie in akribischer Arbeit dort überprüften: Veronica Saß, genannt Vroni.

Lange Zeit war Saß dank ihres berühmten Vaters, des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, nur Teil der bayerischen Partyprominenz. Doch ihre Doktorarbeit und die Seite VroniPlag machten sie bundesweit bekannt.

Jetzt, fast ein Jahr nach den ersten Plagiatsvorwürfen gegen Saß, eröffnet die Politikertochter die nächste Runde im Streit um ihren Doktortitel: Beim Verwaltungsgericht Freiburg hat sie gegen die Aberkennung geklagt. Das sagte eine Sprecherin der Universität Konstanz, an der Saß einst promoviert hatte. Das Gericht bestätigte lediglich den Eingang einer Klage, wollte aber den Namen der Klägerin nicht nennen.

Die Vorgeschichte: Die Plagiatsjäger hatten in der rechtswissenschaftlichen Doktorarbeit von Saß mit dem Titel "Regulierung im Mobilfunk" zahlreiche verdächtige Stellen aufgespürt, darunter abgeschriebene Passagen aus dem Internet-Lexikon Wikipedia, Textbausteine aus Pressemeldungen und paraphrasierte Abschriften aus Standardwerken. Die Uni prüfte die Vorwürfe und kam zu einem eindeutigen Urteil: Der Doktorgrad wurde aberkannt, weil "erhebliche Teile der Arbeit Plagiate darstellen", wie es in einer Mitteilung hieß.

Es dürfte schwierig werden, Argumente gegen die Aberkennung zu finden

Saß legte Widerspruch ein, die Uni prüfte erneut - und wies den Widerspruch zurück. Saß wählte den Rechtsweg, jetzt muss das Gericht entscheiden. Bislang hat Saß allerdings nur die Klage eingereicht, um die Frist zu wahren, aber sie noch nicht inhaltlich begründet, wie es aus der Uni Konstanz hieß.

Saß selbst war nicht zu erreichen. Auf eine Anfrage an die Anwaltskanzlei, in der Saß arbeitet, reagierte sie nicht. Die Anwaltskanzlei, die Saß zu Beginn des Verfahrens im Frühling 2011 engagiert hatte, will sich ebenfalls nicht äußern - und noch nicht einmal bestätigen, dass man Saß vertrete.

Es dürfte ohnehin schwer werden, Argumente zu finden, die für Saß sprechen, zu eindeutig sind die vielen Fundstellen in der Arbeit. Vor allem im fünften Kapitel sind die Ähnlichkeiten mit anderen Veröffentlichungen frappierend. "Regulierung der Mobilfunkmärkte im Einzelnen", heißt dieses Kapitel. Und vieles von dem, was da steht, steht auch anderswo - selbst im Einzelnen. Mindestens drei Aufsätze eines Hamburger Professors, allesamt früher veröffentlicht als die Dissertation, haben offenbar als Vorlage gedient. Um die Überschneidungen zu entdecken, muss man nicht einmal tief in die Texte einsteigen. Es reicht schon, die Überschriften und Zwischenüberschriften zu lesen.

Denkbar ist, dass Saß ähnlich argumentiert wie Koch-Mehrin, die sich ebenfalls juristisch gegen den Entzug ihres Titels wehrt: Die Uni habe die Mängel der Arbeit gekannt, ihr den Titel aber verliehen. Oder sie könnte versuchen, das Entzugsverfahren als solches formal anzugreifen. Bis wann das Verfahren abgeschlossen sein wird, ist unklar. An der Uni Konstanz rechnet man damit, dass man erneut Stellung nehmen muss.

otr/dapd



insgesamt 68 Beiträge
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Seite 1
cassandros 07.02.2012
1. Ähriger Ehrenpreis (Veronica spicata)
Zitat von sysopSie war das erste Ziel der VroniPlag-Jäger: Veronica "Vroni" Saß, Tochter von Edmund Stoiber. Sie verlor ihren Doktorgrad, weil "erhebliche Teile" ihrer Arbeit aus Plagiaten bestehen, wie die Uni Konstanz feststellte. Jetzt will sie den Dr. zurück und hat Klage eingereicht. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,813861,00.html
Erst zu faul, eine ordentliche Dissertation abzufassen, und jetzt diese allen Fässern die Böden ausschlagende Dreistigkeit. Vielleicht sollte Edi sie mal beim Schlafittchen packen und in 10 Minuten zum Münchner Hauptbahnhof schaffen und in einen Zug nach Brüssel setzen, damit sie da irgendwo gut versorgt in der Beamtenbürokratie verschwindet. Dann machen wir alle erleichtert ein Glas Sekt auf und richten im Vorgarten im Angedenken an das abgewendete Unheil ein Blümchen hin.
ronald1952 07.02.2012
2. das ist, als würde ein Betrüger
Zitat von sysopSie war das erste Ziel der VroniPlag-Jäger: Veronica "Vroni" Saß, Tochter von Edmund Stoiber. Sie verlor ihren Doktorgrad, weil "erhebliche Teile" ihrer Arbeit aus Plagiaten bestehen, wie die Uni Konstanz feststellte. Jetzt will sie den Dr. zurück und hat Klage eingereicht. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,813861,00.html
von einem ordentlichen Gericht beigepflichtet bekommen,richtig gehandelt zu haben.Dieses faule Pack, nicht mal fähig richtig zu Studieren nimmt sich allerhand heraus.Glauben diese Herrschaften wirklich das sie alles tun können was sie wollen? Diese Leute sind die wegbereiter der Rechten, denn irgendwann kocht der Volkszorn auf ob solcher Dreistigkeit, falls diese Leute auch nocht recht zugesprochen bekommen sollten wird dem Studienbetrug Tür und Tor geöffnet.Würde solchen Leuten recht gegeben werden, so wäre das eine Verunglimpfung aller Studenten die mit viel Arbeit und Fleiß studieren. schönen Tag noch,
Igelnatz 07.02.2012
3. wie armselig
Zitat von sysopSie war das erste Ziel der VroniPlag-Jäger: Veronica "Vroni" Saß, Tochter von Edmund Stoiber. Sie verlor ihren Doktorgrad, weil "erhebliche Teile" ihrer Arbeit aus Plagiaten bestehen, wie die Uni Konstanz feststellte. Jetzt will sie den Dr. zurück und hat Klage eingereicht. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,813861,00.html
wenn die wissenschaftliche FORM nicht erfüllt ist, sich auf FORMfehler bei der Aberkennung der Doktorarbeit zu berufen. Größe wäre es, die Fehler einzugestehen und die Arbeit neu zu verfassen wenn es Vroni so am Titel gelegen ist. Peinlich peinlich!
Igelnatz 07.02.2012
4. Ich gönne Ihr
Zitat von cassandrosErst zu faul, eine ordentliche Dissertation abzufassen, und jetzt diese allen Fässern die Böden ausschlagende Dreistigkeit. Vielleicht sollte Edi sie mal beim Schlafittchen packen und in 10 Minuten zum Münchner Hauptbahnhof schaffen und in einen Zug nach Brüssel setzen, damit sie da irgendwo gut versorgt in der Beamtenbürokratie verschwindet. Dann machen wir alle erleichtert ein Glas Sekt auf und richten im Vorgarten im Angedenken an das abgewendete Unheil ein Blümchen hin.
die gute Versorgung auf Kosten des Steuerzahlers NICHT! Dann soll sie lieber in der Anwaltskanzlei arbeiten. Vielleicht macht sie das sogar ganz gut?! Und wenn nicht - Es muss sie ja keiner konsultieren!
kn4llfrosch 07.02.2012
5. Wieso die Aufregung?
Wieso die Aufregung? Auch wenn man es manchmal nicht glaubt, Deutschland ist immer noch ein Rechtsstaat. Jeder hat das Recht, seine Rechte gerichtlich einzuklagen. Und wenn die Uni beim Entzug einen formalen Fehler gemacht hat, dann muss sie das Verfahren eben wiederholen. Ich sehe hier zwei Möglichkeiten: Das Gericht gibt ihr den Dr. zurück, in diesem Fall hat sie sich ihn "ehrlich genug" verdient, so wie viele anderen, die am unteren Limit arbeiten und damit meine ich nicht nur Akademiker. Oder aber sie holt sich medienwirksam noch eine Watschn ab.
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