Angehende Lehrer Erdsiek-Rave fordert Eignungstests

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz will Eignungstests zur Pflicht für Lehramtstudenten machen. Ute Erdsiek-Rave sagte, damit könnten angehende Lehrer früh herausfinden, ob der Beruf für sie geeignet ist. So lasse sich der Praxisschock verhindern.


"Eine verpflichtende Eignungsprüfung sollte am Ende der Bachelorphase stehen, bevor die Studenten in den Masterstudiengang gehen, der direkt auf den Beruf vorbereitet", sagte die SPD-Politikerin Ute Erdsiek-Rave dem SPIEGEL. Sie ist Bildungsministerin in Schleswig-Holstein und noch bis Mitte Januar 2007 Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK).

Ministerin Erdsiek-Rave: "Lehrerberuf kein Halbtagsjob"
DDP

Ministerin Erdsiek-Rave: "Lehrerberuf kein Halbtagsjob"

Hintergrund ist eine Studie der Universität Potsdam, nach der 30 bis 40 Prozent der Lehramtsstudenten für den Beruf nicht geeignet sind, etwa weil sie zu schüchtern sind. Mit diesem Problem will sich die KMK im März beschäftigen.

Abhilfe schaffen könnte, so die KMK-Präsidentin, auch ein Selbsttest, den die Potsdamer Wissenschaftler entwickelt haben: "Wer Lehrer werden will, könnte mit einem solchen Test schon am Ende der eigenen Schulzeit herausfinden, ob der Beruf für ihn geeignet ist."

Zu den Ursachen, warum so viele ungeeignete Menschen Lehrer werden wollten, gehörten "falsche Vorstellungen von dem Beruf. Der hat einerseits leider ein negatives Image - andererseits erwarten auch viele, dass der Job nicht so schwer ist und man viel Freizeit hat", sagte Erdsiek-Rave im SPIEGEL-Interview. In der Praxis seien viele angehende Lehrer "geschockt, wie schwer und zeitintensiv die Arbeit tatsächlich ist".

jol

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