Verdacht auf internes Leck Polizeischüler in Bayern müssen Prüfung wiederholen

Die Hiobsbotschaft erreichte die Polizeianwärter direkt vor ihrer dritten Prüfung: 720 bayerische Polizeischüler müssen zwei ihrer schriftlichen Abschlusstests neu schreiben - weil vorher Prüfungsinhalte durchgesickert sein sollen.

Polizeischüler in Bayern:
Daniel Karmann/ DPA

Polizeischüler in Bayern:


Hunderte Polizeianwärter in Bayern müssen zwei ihrer Abschlussprüfungen noch einmal ablegen. Denn es ist nicht auszuschließen, dass sie bei den bisherigen Tests vorher schon ziemlich genau die Fragen kannten. Grund dafür könnte ein internes Leck sein.

Es gebe "Hinweise darauf, dass Prüfungsinhalte innerhalb der Bayerischen Bereitschaftspolizei im Vorfeld bekannt geworden sein könnten", teilte der Erste Polizeihauptkommissar Herbert Gröschel auf SPIEGEL-Anfrage mit. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Betroffen sind laut Gröschel 720 Polizeischülerinnen und -schüler, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren in Bayern für den mittleren Dienst ausgebildet wurden. Sie müssen nun die Prüfungen zu den Themenschwerpunkten "Streife" und "Kriminalistik" neu schreiben.

Sechs bis acht Stunden Prüfung oben drauf

Die Hiobsbotschaft habe die Schüler direkt vor ihrer dritten schriftlichen Prüfung erreicht, bestätigt Gröschel. Vier Tests, die jeweils drei bis vier Stunden dauern, müssten die angehenden Polizisten eigentlich schreiben. So kämen noch mal sechs bis acht zusätzliche Prüfungsstunden zusammen. Anschließend müssen die Schüler ihr Können noch in einer praktischen Prüfung beweisen.

Wegen des mutmaßlichen Prüfungslecks habe die Polizei straf- und disziplinarrechtliche Ermittlungen eingeleitet, sagte Gröschel. Laut "Bild"-Zeitung wird ein Ausbilder in Nürnberg verdächtigt, den Schülern vor den Prüfungen Tipps gegeben zu haben. Das bestätigte Gröschel nicht: "Wir ermitteln in alle Richtungen."

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insgesamt 5 Beiträge
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Einer12345 21.11.2019
1. Anwärter für Recht & Ordnung...
Na wenn das mal kein guter Einstieg mit allerbesten Voraussetzungen ist, um für "Recht und Ordnung" zu sorgen.... Da sieht man also schon deutlich, wo die Reise hingeht.
schnarchn 21.11.2019
2.
Zitat von Einer12345Na wenn das mal kein guter Einstieg mit allerbesten Voraussetzungen ist, um für "Recht und Ordnung" zu sorgen.... Da sieht man also schon deutlich, wo die Reise hingeht.
Was ist denn das für eine dumme Unterstellung? Da geht es um 720 Schüler, ich bezweifle sehr stark, dass die sich allesamt gemeinschaftlich verschworen haben und sich über irgendwelche Lecks die Inhalte haben zuspielen lassen. Falls es tatsächlich vorgefallen ist, betrifft das ja immer nur sehr wenige. Zudem geht es ja auch um ein vermutliches Leck, ob überhaupt irgendein Schüler die Inhalte tatsächlich vorab zu Gesicht bekommen hat, ist damit auch nicht klar. Mir tun auf jeden Fall alle Schüler leid, die davon definitiv nichts gewusst haben und jetzt den ganzen Stress nochmal durchmachen müssen.
prime 21.11.2019
3. In NRW Unmöglich!
Dort wurden die Voraussetzungen für Polizisten dermaßen weit abgesenkt, das gar keine Prüfung mehr notwendig ist. Du Reden Deutsch? Du verstehen ein bisschen Deutsch? Ok! Du Polizist. Abi mit 1? Haben doch alle, auch die Leute vom Brettergymnasium, nicht wahr? Danke
spontangrübler 21.11.2019
4. @Einer12345
Was wollen Sie mit Ihrem Kommentar sagen? Dass die bayerische Polizei korrupt ist oder dass die Polizeischüler das werden? Mit Ihrer Meinung stehen Sie ziemlich alleine auf weiter Flur. Und was bezwecken Sie mit Ihrer Kommentierung zu einer Verfehlung einzelner? Warum machen Sie Stimmung gegen die Polizei? Ich will nicht spekulieren, aber viele Gründe dafür gibt es nicht. Uh
maxmarius 22.11.2019
5. Wie viele davon haben es gemeldet?
Wie sollte man es interpretieren, wenn diese angehenden Polizisten für einen persönlichen Vorteil mal ein Auge zudrücken? Und warum hielt der Ausbilder das überhaupt für notwendig?
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