Beliebteste Arbeitgeber Die Favoriten der Absolventen

Groß ist gut, finden Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler kurz vor dem Examen. In der Liste ihrer deutschen Wunscharbeitgeber stehen die üblichen Verdächtigen ganz vorn - Mammutkonzerne und starke Marken. So scheint BMW für die Studenten das Paradies zu bedeuten, wie ein neues Ranking zeigt.


Bei Studenten beliebt: Deutschlands attraktivste Arbeitgeber
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Bei Studenten beliebt: Deutschlands attraktivste Arbeitgeber

Schon zum dritten Mal in Folge landete BMW bei einer Umfrage zu Deutschlands attraktivsten Arbeitgebern ganz vorn. Die bayerischen Autobauer sind nicht der einzige Konzern, der seit Jahren hoch in der Gunst der Studenten steht. Auch Siemens, DaimlerChrysler und Porsche auf den Rängen zwei bis vier sind alte Bekannte.

Die "Wirtschaftswoche" und das Berliner Trendence-Institut für Personalmarketing fragten in diesem Jahr wieder rund 12.500 Examenskandidaten, wo sie in Deutschland am liebsten arbeiten würden. Das Ergebnis bietet kaum echte Überraschungen, Trends vergangener Umfragen werden weitgehend bestätigt. So sind bei den Ingenieuren auf den Plätzen zwei bis fünf dieselben Unternehmen wie schon 2002 und 2003, auch bei den Wirtschaftswissenschaftlern gab es auf den Spitzenplätzen nur kleine Verschiebungen.

Besonders gefragt sind Posten mit interessanten Arbeitsaufgaben bei Konzernen mit attraktiven Produkten und Dienstleistungen. Die Unternehmen punkten auch mit interessanten Standorten und mit guten Möglichkeiten, international zu arbeiten. Große Aufstiegsmöglichkeiten und selbstständiges Arbeiten sind den Studenten weniger wichtig.

"Die zweite Reihe holt auf"

Natürlich werden sich nicht alle tatsächlich bei ihren Traumarbeitgebern bewerben. Aber für die Firmen ist es durchaus relevant, welchen Ruf sie bei potenziellen Einsteigern genießen. "Die Examenskandidaten strafen schlechte Unternehmensnachrichten oder eine undurchsichtige Personalpolitik sofort ab", so Trendence-Geschäftsführer Holger Koch, "das spricht sich auf dem Campus herum und spiegelt sich dann in den Umfragewerten wider."

Die Top Ten der Ingenieure

1 BMW 20,1 %
2 Siemens 18,7 %
3 DaimlerChrysler 17,1 %
4 Porsche 14,3 %
5 Audi 13,6 %
6 Robert Bosch 10,0 %
7 EADS 9,8 %
8 Volkswagen 7,7 %
9 Fraunhofer-Gesellschaft 6,6 %
10 Lufthansa Technik 5,6 %
Den größten Sprung nach oben machte bei den Ingenieuren der Autozulieferer Continental (von Platz 61 auf 35), während bei den Wirtschaftswissenschaftlern der Sportartikelhersteller Puma im Vergleich zum vergangenen Jahr am meisten dazu gewann (von 23 auf 14). Auf dem absteigenden Ast befinden sich dagegen IBM Deutschland (von 13 auf 27 bei den Ingenieuren) und das ZDF (von 32 auf 49, den letzten Platz, bei den Wirtschaftswissenschaftlern).

Insgesamt haben die Konzerne aus dem Mittelfeld der Tabelle den Abstand nach oben verringert: "Die zweite Reihe, die Hidden Beauties der Arbeitgeberriege, holt auf und wird für den Nachwuchs immer attrativer", kommentiert die "Wirtschaftswoche" und nennt als Beispiele Firmen wie Ikea, Aldi oder Metro. Dafür spricht auch, dass die Konsumgüterhersteller und Händler erstmals die Autobauer in der Gunst der Berufsanfänger überholten.

Weiterhin abwärts geht es dagegen mit den Firmen aus der IT-Branche. Auch die Unternehmensberatungen bekommen ihre Imageprobleme nicht in den Griff und werden in der Umfrage allmählich nach unten durchgereicht.

Die Top Ten der Ökonomen

1 BMW 12,5 %
2 Siemens 10,8 %
3 DaimlerChrysler 9,8 %
4 Porsche 7,7 %
5 Deutsche Lufthansa 6,7 %
6 Auswärtiges Amt 6,4 %
7 PricewaterhouseCoopers 6,1 %
8 Adidas-Salomon 6,0 %
9 KPMG 5,8 %
10 Deutsche Bank 5,5 %
Für einen leicht gestiegenen Optimismus bei den Studenten spricht, dass sichere Stellen im öffentlichen Sektor nicht mehr so stark gefragt sind wie noch 2003. Außerdem erwarten die Umfrageteilnehmer mit 45,8 Stunden pro Woche in diesem Jahr eine geringere Arbeitszeit als zuletzt (46,7 Stunden).

Bemerkenswert ist, dass die Umfrage keine geschlechtsspezifischen Unterschiede ergab. Studentinnen legten zwar größeren Wert auf Internationalität, während Studenten sich mehr für das Einstiegsgehalt oder das Produktimage interessierten, so Trendence-Geschäftsführer Koch. Doch letztlich entscheiden sich Frauen und Männer überwiegend für die gleichen Konzerne - denn die Spitzenreiter BMW, Siemens und DaimlerChrysler sind bei allen Kriterien stark.

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