Bewerbungen Der erste Eindruck zählt

Eine gelungene schriftliche Bewerbung ist die erste große Hürde auf dem Weg zum neuen Job. Denn Personalchefs sortieren flink aus, wenn ihr Schreibtisch sich unter dem Bewerbungsstapel biegt.


Schon ein kleiner Fauxpas kann bei der schriftlichen Bewerbung das Aus bedeuten
Foto: GMS

Schon ein kleiner Fauxpas kann bei der schriftlichen Bewerbung das Aus bedeuten

Wer gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, hat seine Chancen schon verspielt. "Eine gute schriftliche Bewerbung sollte formal korrekt sein. Kaffeeflecken, Knicke oder ein schlechtes Foto dürfen nicht vorkommen", erklärt Michael Lüdke vom Career Center an der Berliner Humboldt-Universität. Zu vermeiden gelte es auch unterschiedliche Schrifttypen, fehlende Unterschriften auf dem Anschreiben oder Lebenslauf sowie Klarsichthüllen in der Bewerbungsmappe.

"Firmen nehmen sich oft nicht viel Zeit, um die Masse der eingehenden Bewerbungen zu sichten", sagt Lüdke, "deshalb ist eine klare, übersichtliche Gestaltung die erste Voraussetzung für den Erfolg einer Bewerbung."

Die Bewerbung sollte man angehen wie "eine Werbekampagne für sich selbst", um aus der Masse der Bewerber herauszuragen, empfiehlt auch Isolde Debus vom Büro für Berufsstrategie in Frankfurt: "Es gibt drei verschiedene Aspekte, über die man sich präsentieren kann: indem man Sympathie für seine Persönlichkeit weckt, durch das Aufzeigen der eigenen Motivation, für die Firma zu arbeiten, und auf Grund der fachlichen Kompetenz und anderen Qualifikationen, die man einbringt."

Ausschlaggebend für einen ansprechenden persönlichen Eindruck sind vor allem das Foto und die Hobbys im Lebenslauf. "Wir empfehlen ein wirklich gutes, professionell gemachtes Foto, gerne größer als ein normales Passbild", sagt Isolde Debus. Außerdem sollte man sich vor der Bewerbung bereits mit dem Unternehmen beschäftigt haben, bei dem man sich bewirbt. "Wenn jemand schreibt, warum er genau bei uns arbeiten will und sich bereits über den Betrieb schlau gemacht hat, fällt das sofort positiv auf", bestätigt Sabine Metzner, Pressesprecherin bei der Siemens AG in München.

Die fachliche Qualifikation sei jedoch nach wie vor entscheidend, dokumentiert durch Zeugnisse und Zertifikate in der Bewerbungsmappe. Isolde Debus rät zudem, eine "Seite 3" nach Anschreiben und Lebenslauf einzufügen: "Das ist ein Überraschungselement beim Durchblättern der Mappe. Man kann dort noch einmal seine Persönlichkeit darstellen und festhalten, weshalb man gut zum Unternehmen passt." Statt dieselbe Mappe an mehrere Firmen zu schicken, sollte jede Bewerbung einzeln gestaltet werden - das sei mühsam, zahle sich aber letztlich aus, betonen die Experten unisono.

Von Mirjam Hägele, gms



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