Doppelverdiener Professor muss Honorar aus Nebenjob teilweise abgeben

Wer als Professor an einer anderen Hochschule als Vertretung einspringt, muss einen Teil des zusätzlichen Honorars an seinen Dienstherren abliefern. Das hat jetzt das Oberverwaltungsgericht in Koblenz entschieden.


Ein Professor einer rheinland-pfälzischen Hochschule hatte für 1500 Euro pro Monat eine Vertretung an einer Berliner Hochschule übernommen. Das Geld wollte er behalten, doch das Land Rheinland-Pfalz war anderer Auffassung und wertete die Vertretung als Nebentätigkeit im Öffentlichen Dienst. Als Dienstherr forderte Rheinland-Pfalz, der Professor müsse jenen Teil des Honorars abliefern, der den zulässigen Freibetrag übersteigt.

Das Verwaltungsgericht Mainz hatte bereits zu Gunsten des Landes geurteilt, das Oberverwaltungsgericht Koblenz bestätigte die Entscheidung nun und wies die Berufung des Professors zurück. Es entspreche den Grundsätzen des Berufsbeamtentums, dass ein Beamter neben seinem Gehalt aus dem Hauptberuf nicht unbegrenzt weitere Einnahmen aus Nebentätigkeiten innerhalb des Öffentlichen Dienstes erzielen solle. Die gelte auch für Professoren, so die Koblenzer Richter.

Durch die Ablieferung eines Teil des zusätzlichen Honorars werde auch die verfassungsrechtlich garantierte Wissenschaftsfreiheit nicht eingeschränkt, betonte das Oberverwaltungsgericht (Aktenzeichen 2 A 11037/01.OVG). Im Fall des rheinland-pfälzischen Professors lag der Freibetrag bei rund 6000 Euro im Jahr. Nun muss er knapp 6500 Euro an das Land zahlen.




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