Frauen an Unis Basis weiblich, Spitze männlich

Als Arbeitsplatz bleiben die Hochschulen eine Männerwelt. An den Unis sind Studentinnen in der Überzahl, von den Doktoranden sind fast die Hälfte Frauen - aber bei den Professuren nur 23 Prozent. Vor allem in Mathe und Naturwissenschaften gibt es kaum Professorinnen.


Allen Förderprogrammen zum Trotz: Frauen sind in der Hochschullehre weiterhin unterrepräsentiert. Nur 23 Prozent aller 2008 neu gekürten Professoren waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts weiblich. Im Vorjahr waren es noch 24 Prozent und auf der Ebene darunter, bei den Doktoranden, immerhin 42 Prozent.

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In den Sprach- und Kulturwissenschaften ist die Wahrscheinlichkeit am größten, auf eine neue Professorin zu treffen; diese Fachrichtung hatte mit 35 Prozent den höchsten Frauenanteil. Die wenigsten Professorinnen finden sich in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften. Hier waren im vergangenen Jahr lediglich 15 Prozent der neu Habilitierten Frauen.

Auch insgesamt ging die Zahl der frischgekürten Professoren zurück: Es waren nur 1800 Akademiker, mithin vier Prozent weniger als 2007. Verglichen mit dem Jahr 2002 sank der Wert sogar um 28 Prozent. Die Statistiker begründen den Rückgang der Gesamtzahlen mit der Einführung der Juniorprofessur vor sieben Jahren als Alternative zur traditionellen Habilitation.

Juniorprofessoren können nach ihrer Doktorarbeit direkt in die Lehre einsteigen und forschen, verdienen aber weniger Geld als Professoren. Während es 2002 lediglich 102 Juniorprofessuren gab, wurden 2007 bereits 802 solcher Stellen besetzt. Der Frauenanteil liegt hier bei einem Drittel.

© UniSPIEGEL 4/2009
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