Frühpensionierung Deutschlands Lehrer sind gesund wie nie

Abschläge auf die Rente tun weh. Seit der Staat bei Dienstunfähigkeit nicht mehr die volle Pension zahlt, halten viel mehr Lehrer lange durch. Inzwischen unterrichtet die Mehrheit mindestens bis zum 63. Lebensjahr, oft in Altersteilzeit.


Der Trend zu weniger Pensionierungen wegen Dienstunfähigkeit setzt sich fort: 2006 ließen sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nur noch 24 Prozent frühpensionieren. Ein Jahr zuvor waren es 30 Prozent, im Jahr 2000 sogar 64 Prozent.

Frühpensionierte Lehrer: Der Wink mit dem Gehaltszettel zeigt Wirkung
DDP

Frühpensionierte Lehrer: Der Wink mit dem Gehaltszettel zeigt Wirkung

Dass die Quote der Pensionierungen wegen Dienstunfähigkeit so rapide gesunken ist, hat einen simplen Grund: In solchen Fällen zahlt der Staat als Arbeitgeber seinen Beamten nicht mehr die volle Pension. Wer wegen körperlicher Krankheiten oder Erschöpfung und Burnout frühzeitig ausscheidet, wird an einer empfindlichen Stelle erwischt - am Geldbeutel. Seit 2001 müssen Lehrer hohe Abschläge hinnehmen, wenn sie sich vor Vollendung des 63. Lebensjahres pensionieren lassen.

Insgesamt wurden 2006 rund 18.000 verbeamtete Lehrer pensioniert. Im Schnitt waren sie 62,4 Jahre alt. Der Anteil der Lehrer, die mit Erreichen der Regelaltersgrenze von 65 Jahren in Pension gingen, blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant bei 35 Prozent. Vor Einführung der Abschlagszahlungen waren es lediglich sechs Prozent.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge nehmen immer mehr Lehrer die Altersteilzeit in Anspruch. Sie ermöglicht ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem aktiven Dienst nach Erreichen des 63. Lebensjahres; die Abschläge sind geringer, die eigentliche Pensionierung erfolgt erst zwei Jahre später. Gut ein Drittel der pensionierten Lehrer nutzten 2006 dieses Angebot.

In anderen Aufgabenbereichen des öffentlichen Dienstes waren von 14.000 pensionierten Beamten und Richtern im Jahr 2006 rund 17 Prozent dienstunfähig, also deutlich weniger als bei den Lehrern - trotz des klaren Trends zum höheren Pädagogen-Ausstiegsalter.

sil/jol, AP, dpa

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