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02. November 2009, 09:01 Uhr

Gehaltsreport

Welche Branchen am besten zahlen

Von Anne Spies

Schlecht sind die Zeiten für Arbeitnehmer nicht erst seit der Wirtschaftskrise. Während des Aufschwungs konnten sie ihr Gehalt allenfalls um ein paar Prozent pro Jahr steigern. Etwas besser lief es für Führungskräfte, die aber jetzt deutliche Einkommenseinbußen hinnehmen müssen.

Trotz Aufschwung mussten viele Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren Reallohnverluste hinnehmen. Die mageren Lohnzuwächse konnten die Inflation nicht ausgleichen. Führungskräfte hatten mit Gehaltszuwächsen von rund fünf Prozent bis 2007 immerhin ein Plus im Portemonnaie - dafür ging es in der Krise umso stärker bergab.

Jede fünfte Führungskraft, das zeigt der exklusive Gehaltsreport 2009 von "manager magazin", hat Gehalt eingebüßt. In der Automobilindustrie musste fast die Hälfte der Manager Kürzungen hinnehmen, in der ebenfalls stark angeschlagenen Finanzbranche war es ein Viertel. Dafür schrumpften die Boni dort um bis zu 50 Prozent.

Am glimpflichsten davongekommen sind Führungskräfte in der Pharmabranche: Nur fünf Prozent waren von Kürzungen betroffen. "Es gibt diesmal keine flächendeckenden Gehaltskürzungen wie im Jahr 2001", sagt Olaf Lang, Vergütungsexperte bei Towers Perrin. "Vieles wird über Kurzarbeit oder freiwilligen Gehaltsverzicht abgefangen."

Prognose für die kommenden fünf Jahre

Die Erwartungen für die Zukunft sind jedoch gedämpft. Während sich in den vergangenen fünf Jahren 60 Prozent der Manager über Gehaltssteigerungen um 20 Prozent und mehr freuen konnten, rechnen für die kommenden fünf Jahre nur knapp 40 Prozent mit derartigen Steigerungen.

Am optimistischsten sind Mitarbeiter in denjenigen Branchen, die auch schon in der Vergangenheit überproportionale Gehaltssteigerungen verzeichnet haben. Allen voran die Wirtschaftsprüfer: Für über 80 Prozent von ihnen gab es in den vergangenen fünf Jahren mindestens 20 Prozent mehr Geld.

Ähnlich gut lief es auch für Unternehmensberater und Banker. Letztere sind jedoch für die Zukunft deutlich pessimistischer.

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