Gehaltsreport Welche Branchen am besten zahlen

Schlecht sind die Zeiten für Arbeitnehmer nicht erst seit der Wirtschaftskrise. Während des Aufschwungs konnten sie ihr Gehalt allenfalls um ein paar Prozent pro Jahr steigern. Etwas besser lief es für Führungskräfte, die aber jetzt deutliche Einkommenseinbußen hinnehmen müssen.

Von Anne Spies


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Gehaltsreport 2009: Die Entwicklung nach Branchen
Trotz Aufschwung mussten viele Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren Reallohnverluste hinnehmen. Die mageren Lohnzuwächse konnten die Inflation nicht ausgleichen. Führungskräfte hatten mit Gehaltszuwächsen von rund fünf Prozent bis 2007 immerhin ein Plus im Portemonnaie - dafür ging es in der Krise umso stärker bergab.

Jede fünfte Führungskraft, das zeigt der exklusive Gehaltsreport 2009 von "manager magazin", hat Gehalt eingebüßt. In der Automobilindustrie musste fast die Hälfte der Manager Kürzungen hinnehmen, in der ebenfalls stark angeschlagenen Finanzbranche war es ein Viertel. Dafür schrumpften die Boni dort um bis zu 50 Prozent.

Am glimpflichsten davongekommen sind Führungskräfte in der Pharmabranche: Nur fünf Prozent waren von Kürzungen betroffen. "Es gibt diesmal keine flächendeckenden Gehaltskürzungen wie im Jahr 2001", sagt Olaf Lang, Vergütungsexperte bei Towers Perrin. "Vieles wird über Kurzarbeit oder freiwilligen Gehaltsverzicht abgefangen."

Prognose für die kommenden fünf Jahre

Die Erwartungen für die Zukunft sind jedoch gedämpft. Während sich in den vergangenen fünf Jahren 60 Prozent der Manager über Gehaltssteigerungen um 20 Prozent und mehr freuen konnten, rechnen für die kommenden fünf Jahre nur knapp 40 Prozent mit derartigen Steigerungen.

Am optimistischsten sind Mitarbeiter in denjenigen Branchen, die auch schon in der Vergangenheit überproportionale Gehaltssteigerungen verzeichnet haben. Allen voran die Wirtschaftsprüfer: Für über 80 Prozent von ihnen gab es in den vergangenen fünf Jahren mindestens 20 Prozent mehr Geld.

Ähnlich gut lief es auch für Unternehmensberater und Banker. Letztere sind jedoch für die Zukunft deutlich pessimistischer.



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wischmopp 28.05.2009
1.
Warum verdient jemand der Porsche an den Rande der Insolvenz treibt 77 Millionen? Wer mir das erklären kann - Kompliment.
Rainer Eichberg 28.05.2009
2.
Zitat von sysopDie Gehälter der Dax-Vorstände sind 2008 um 25 Prozent gesunken. Nur einer triumphiert: Porsche-Chef Wiedeking - der mit 77 Millionen Euro erneut der Topverdiener Europas ist. Wie sehen Sie die Höhe der Managergehälter - was ist angemessen?
Das müssen die Aktionäre mit sich selbst ausmachen, ob ein Herr Wiedeking tatsächlich 77 Mio. wert ist. Wäre ich Porsche-Aktionär, wäre ich empört. Da ich jedoch weder Porsche-Aktionär noch Porsche-Kunde bin, ist es mir gänzlich egal. Allerdings wäre es interessant zu erfahren, ob Herr Wiedeking auch nächstes Jahr noch dieses üppige Salär ernten kann. Ich denke: Nö! So toll steht Porsche finanziell nicht da.
Hartmut Dresia, 28.05.2009
3.
Zitat von sysopDie Gehälter der Dax-Vorstände sind 2008 um 25 Prozent gesunken. Nur einer triumphiert: Porsche-Chef Wiedeking - der mit 77 Millionen Euro erneut der Topverdiener Europas ist. Wie sehen Sie die Höhe der Managergehälter - was ist angemessen?
Grundsätzlich liegt die Höhe der Managergehälter in der Zuständigkeit der Unternehmen, die sie bezahlen. Der Staat muss allerdings zwei Grundsätze beachten: Fließen öffentliche Mittel in die Unternehmen, dann sollten die Gehälter nicht wesentlich höher sein als die der öffentlich Bediensteten in vergleichbarer Position. Das Steuerrecht muss zudem so ausgestaltet sein, dass Übermaß ausgeglichen wird. Privilegierung und Diskriminierung (http://www.institut1.de/privilegierung-und-diskriminierung/) sind auch bei der Bezahlung von Mangern zu beachten. In gewisser Weise diskriminiert ein Managergehalt den Durchschnittsverdiener, wenn es z.B. das Zehnfache eines Durchschnittsgehalts übersteigt.
disbeliever 28.05.2009
4. Angemessen?
Nur mal so als ein möglicher "Vergleich": damit kann man ein Krankenhaus mit etwas mehr als 200 Betten ca 3-4 Jahre betreiben.
Rainer Eichberg 28.05.2009
5.
Zitat von disbelieverNur mal so als ein möglicher "Vergleich": damit kann man ein Krankenhaus mit etwas mehr als 200 Betten ca 3-4 Jahre betreiben.
Na und?
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