Generation P Protestzug der Praktikanten

Sie sind jung, gut ausbildet und kosten nichts: In ganz Europa demonstrieren heute Praktikanten für mehr Rechte. In Berlin haben sich etwa 60 maskierte Praktikanten versammelt. Ein Hilferuf der Generation P.


"Praktikum für ein Jahr - gehts noch?": Die Sprache der Transparente ist eindeutig. Die Generation P fühlt sich schlecht behandelt und geht auf die Barrikaden. Etwa 60 Praktikanten haben sich nach Veranstalterangaben deshalb heute in Berlin versammelt, ähnliche Aktionen sind auch in Paris und Brüssel geplant. Die jungen Menschen protestieren gegen die unbezahlte Arbeit und die schlechten Perspektiven für Praktikanten in Unternehmen.

Die Demonstranten verbergen sich hinter weißen Masken. Das soll nicht nur ihre Identität geheim halten, sondern auch auf den Status von Praktikanten hinweisen: In vielen Betrieben seien Praktikanten namen- und gesichtslose Mitarbeiter, die ständig wechselten, erklärten die Veranstalter.

Der Verein Fairwork und die französische Organisation "Génération précaire" hatten zu der Aktion aufgerufen. Auch die DGB-Jugend unterstützt die Proteste. Nach deren Angaben hat die Zahl der sogenannten prekären Beschäftigungsverhältnisse in Europa im vergangenen Jahr zugenommen.

Immer mehr reguläre Arbeitskräfte würden durch Praktikanten ersetzt, für die keine Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssten. Aus Angst vor Arbeitslosigkeit würden viele Hochschulabsolventen diese unbezahlten Praktika annehmen - in der Hoffnung, in dem Betrieb aufzufallen und eingestellt zu werden. Die Schilder der Protestierenden verheißen jedoch etwas anderes: "Erst Praktikum dann Job - April, April!".

jkr/ddp



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