Geschlechtervergleich Managerinnen verdienen fast ein Drittel weniger

Sie sind gut ausgebildet, steigen auf, tragen Verantwortung für Budget und Mitarbeiter. Viele Chefinnen sind genauso erfolgreich wie ihre männlichen Kollegen. Trotzdem verdienen sie weniger - im Schnitt 28 Prozent, wie der Gehaltsreport des manager magazin zeigt.

Von Anne Spies


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Gehaltsreport: Kluft zwischen Frauen und Männern
Es gibt viele Erklärungsversuche, warum Frauen es nicht so häufig in die obersten Führungsetagen schaffen: Sie arbeiten seltener Vollzeit, sie unterbrechen ihre Karriere zwecks Familiengründung und studieren die falschen Fächer, heißt es. Der Gehaltsreport 2009 des manager magazins zeigt jedoch: Auch Frauen, die bereits oben angekommen sind, verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen - im Durchschnitt 28 Prozent.

Im oberen Management ist der Gehaltsunterschied mit 30 Prozent sogar noch etwas größer. Dort bekommt eine Managerin eines großen Unternehmens im Schnitt 98.000 Euro. Ein Mann in gleicher Position trägt 139.000 Euro im Jahr nach Hause. Eine leitende Angestellte im Marketing bekommt 61.000 Euro, ihr Kollege 81.000 Euro. Der Job ist gleich, der Lohn unterschiedlich.

Ein Managertitel allein schützt also nicht vor Diskriminierung. Annähernd gleich behandelt werden nur die absoluten Topleute, bei denen der Gehaltsunterschied auf sieben Prozent schmilzt. In diesen Sphären bewegen sich allerdings nur 17 Prozent der weiblichen Führungskräfte. Bei den männlichen Managern ist es fast die Hälfte.

Einen großen Einfluss auf das Ausmaß der Diskriminierung hat die Berufswahl. In typischen Männerdomänen wie IT und Technik ist der Gehaltsunterschied weniger ausgeprägt. Eine EDV-Expertin beispielsweise verdient "nur" 14 Prozent weniger als ihr männlicher Kollege. Im frauendominierten kaufmännischen Bereich sind es satte 34 Prozent. Dieser Zusammenhang gilt auch für andere Branchen. So bekommen Frauen im Maschinen- und Anlagenbau knapp ein Fünftel weniger, im Kultur- und Unterhaltungssektor dagegen ein Viertel.

Die Differenz wächst sogar noch

Es verwundert daher kaum, dass Frauen sich ungerecht behandelt fühlen: Weniger als die Hälfte der befragten Managerinnen zeigte sich mit dem eigenen Gehalt zufrieden. Bei den Männern waren es dagegen zwei Drittel. Zwölf Prozent der Frauen klagen, dass Kollegen mehr verdienen, ein Viertel sieht sich unter dem Branchendurchschnitt. Dementsprechend hält nur jede zehnte Frau die Kriterien der Vergütung für nachvollziehbar und fair. Bei den männlichen Führungskräften ist es immerhin jeder Fünfte.

Hoffnung auf eine Annäherung der Geschlechter gibt der Gehaltsreport nicht. Im Gegenteil: In den vergangenen fünf Jahren sind Frauengehälter weniger stark gestiegen als die der Männer. So konnten sich fast 45 Prozent der männlichen Führungskräfte über Gehaltssteigerungen von mehr als 20 Prozent freuen, bei den Managerinnen waren es nur 35 Prozent. Bei jeder zehnten Frau stagnierte das Gehalt.

Eigentlich dürften Gehaltsunterschiede gar nicht existieren. Wären Managerinnen nämlich tatsächlich billiger, würden Unternehmen nur noch Frauen einstellen, so lautet das häufigste Gegenargument. Ist Managerin also doch nicht gleich Manager?

Der Gehaltsreport zeigt: Frauen haben seltener variable Gehälter als Männer. Fast die Hälfte aller befragten Managerinnen bezieht ein Fixgehalt. Bei den männlichen Führungskräften dagegen hängt nur ein Drittel aller Gehälter in keiner Weise vom Unternehmenserfolg oder der eigenen Leistung ab. In schlechten Zeiten ist das ein Vorteil: Frauen haben in der Krise seltener Gehaltskürzungen hinnehmen müssen.

Häufiger nur Sachgebietsleiterin

In guten Zeiten partizipieren sie dagegen weniger stark am Unternehmenserfolg. Im Schnitt kassieren Arbeitnehmer, die einen Teil des Erfolgsrisikos tragen, jedoch mehr. So verdient beispielsweise ein Vertriebsleiter im oberen Management 116.000 Euro, ein Logistikexperte nur 97.000. Auch höhere Führungsebenen bringen in der Regel ein stärker variables Gehalt mit sich. Bei Vorständen ist meist nur ein Drittel der Bezüge garantiert, ein Gruppenleiter kommt dagegen auf einen variablen Anteil von rund 30 Prozent.

Vorstandsmitglied oder Geschäftsführerin sind allerdings nur vier Prozent aller Frauen in Führungsposition, bei den Männern sind es sieben Prozent. Weibliche leitende Angestellte sind dagegen häufig "nur" Sachgebietsleiterin oder Referatsleiterin (43 Prozent). Bei den Männern bewegen sich dagegen lediglich 36 Prozent auf den untersten Ebenen.

Ein weiterer Nachteil: Frauen entscheiden sich häufiger für kleine Unternehmen als Männer. Während rund ein Viertel der Frauen im oberen Management in einem Großunternehmen mit über 500 Angestellten beschäftigt ist, gilt das für knapp ein Drittel der männlichen Führungskräfte.

An der Ausbildung liegt es nicht, dass Managerinnen weniger zugetraut wird. Im Schnitt haben Frauen genauso häufig studiert, promoviert oder ein MBA-Programm abgeschlossen wie Männer. Vielmehr beginnt die Diskriminierung schon am Anfang der Laufbahn: Eine Berufseinsteigerin mit Universitätsabschluss unter 30 verdient im Schnitt ein Fünftel weniger als ein männlicher Absolvent. Im Laufe der Jahre vergrößert sich der Abstand drastisch: Studierte Managerinnen über 50 verdienen nur etwa halb so viel wie Männer.

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AndyH 01.10.2009
1.
Zitat von sysopFrauen und Männer trennt eine gewaltige Lohn-Kluft: Schon zum Berufseinstieg verdienen weibliche Angestellte fast 20 Prozent weniger - was muss sich ändern, damit Frauen gerechter behandelt werden?
Nachdem in den Lohntabellen keine geschlechterspezifische Unterscheidungen beschrieben sind, muss man überlegen wie das wohl kommt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Personalchefs mutwillig kürzen würden. Das wäre offene Diskrimination und damit gesetzeswidrig. Irgendwelche Ideen?
CMH 01.10.2009
2.
Jetzt werden diese Lügenmärchen auch noch hier weiter verbreitet! Sysop, ist Ihnen langweilig? Die Europäische Kommission hat bereits 2002 festgestellt, daß es nahezu keine Lohnunterschiede mehr gibt. Daran ändern auch die Zahlenverdrehereien und Lügengeschichten von Zensursula nichts!
schmoggelmopps 01.10.2009
3. Chanda Kochhar: "Indiens Frauen machen leichter Karriere"
Interessant: ICICI-Chefin Chanda Kochhar antwortet auf die Frage, ob Sie ihrer Meinung nach eine Ausnahmen sei oder ob auch andere (Frauen) den Aufstieg "ganz nach oben" schaffen könnten: "Ich betone immer, dass Frauen für sich selbst Verantwortung übernehmen müssen: Wenn wir im Beruf vorankommen wollen, sollten wir nicht damit rechnen, etwas geschenkt zu bekommen. Am Arbeitsplatz müssen wir uns geschlechtsneutral verhalten. Frauen müssen sich im Job genauso einsetzen wie Männer, genauso hart und lang arbeiten, genauso viel reisen. Mir sind Familie und Arbeit gleich wichtig - so wie den meisten Männern an der Spitze." http://www.faz.net/s/RubC43EEA6BF57E4A09925C1D802785495A/Doc~EF7BB75A45BA444689312FFF0938B2EF3~ATpl~Ecommon~Scontent.html Ich meine: Solange Frauen nicht genau so wie Männer verhandeln, werden Sie - fernab von Tarifverträgen - auch weniger verdienen - hier gemeint bei gleicher Leistung, egal wie die Qualifikation ausfällt. Es gibt auch Männer, die schlecht verhandeln - die verdienen auch weniger. Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass einige westliche Frauen - da gibts aber auch Männer - meinen, dass man Erfolg per Quote erzielen kann. Das funktioniert aber nunmal nicht, hat es nicht, wird es nie. Eine Position zu bekommen ist eine Sache, da klappt es vielleicht mit einer Quote. Eine Position zu halten - DAS ist mitunter harte Arbeit.
Michael Giertz, 01.10.2009
4.
Zitat von sysopFrauen und Männer trennt eine gewaltige Lohn-Kluft: Schon zum Berufseinstieg verdienen weibliche Angestellte fast 20 Prozent weniger - was muss sich ändern, damit Frauen gerechter behandelt werden?
Die Kluft entsteht innerhalb tarifgebundener Branchen einfach dadurch, dass Frauen weniger lang arbeiten (Teilzeit) als Männer. Wer 20%-25% weniger arbeitet, z.B. statt 40 nur 30 Wochenarbeitsstunden kann unmöglich das gleiche Gehalt verlangen. Und wenn das nicht endlich auch mal in den Medien erscheint, sprich, dass oftmals diese Unterschiede allein durch unterschiedliche Arbeitszeiten zustande kommen oder durch reduzierte Tätigkeitenfelder - zum Beispiel sind Frauen körperlich weniger belastbar als Männer und können bestimmte Tätigkeiten nicht durchführen, so dass diese Arbeiten aus der Stellenbeschreibung entfallen - dann wird auch offensichtlich, dass es niemals eine absolute Lohngleiche geben kann.
Dr. Sorglos 01.10.2009
5. Desinformation und falsche Behauptungen
Hier handelt es sich schlichtweg um gezielte Desinformation, die durch endlose Widerholung nicht richtiger wird. Das dies so sein muss, kann man mit gesundem Menschverstand heraus finden, den welches Unternehmen würde für eine Arbeit 100% Prozent bezahlen, wenn es die qualitativ gleiche Arbeit für 80% bekommen kann? Entsprechend dürften Männer wohl keine Anstellung mehr finden. Dem ist aber offensichtlich nicht so. Sie wollen uns doch wohl nicht weißmachen, dass Unternehmen ihr unternehmerisches, betriebswirtschaftliches Interesse hinten an stellen, sich 20% mehr Kosten aufhalsen lassen, um Frauen zu diskriminieren. Ich bitte Sie! Ich möchte hier einen Post von Herrn Dr. Maus von MannDat wiedergeben, der noch einiges zur Aufklärung beiträgt: ---Zitat--- Zur sogenannten Lohndiskrimierung von Frauen Renate Schmidt, Ex-Familienministerin, 2003: "Frauen verdienen ja nicht weniger: bei gleicher Tätigkeit, gleicher Qualifikation und gleicher Berufserfahrung wird es sehr schwer nachzuweisen sein, dass es tatsächlich in nennenswertem Umfang (von Einzelfällen abgesehen) eine ungleiche Bezahlung gibt." Gender-Daten-Report des BMFSFJ, 2005: "So liegt der Bruttojahresverdienst von Frauen, die weniger als 18 Stunden pro Woche arbeiten, 2002 bei 122 Prozent des Verdienstes von Männern in dieser Beschäftigungsform." Das Statistische Bundesamt, 2006: "Aus dem geschlechterspezifischen Verdienstabstand kann nicht geschlossen werden, dass Frauen im gleichen Unternehmen für die gleiche Tätigkeit anders bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen." EU-Kommissar Spidla, 2007: "Bei Lohngefälle geht es jedoch nicht um unterschiedliche Bezahlung für gleiche Arbeit", erläuterte der EU-Kommissar. Ein wichtiger Grund für das große Lohngefälle in Deutschland sei vielmehr, dass viele Frauen Teilzeit arbeiteten." Das BMFSFJ, 2008 an MANNdat: "Die ... Aussage von Frau Ministerin von der Leyen, dass "Frauen noch immer nur 77 % des männlichen Einkommens verdienen, wohlbemerkt für gleiche Arbeit" ist daher in dieser Form nicht richtig und missverständlich, auch wenn sie sich in den Medien oft so oder ähnlich findet. Wir haben die Rede daher aus dem Netz genommen und danken Ihnen für diesen Hinweis." --- Wenn das Frauen(!)ministerium durch die Hans-Böckler-Stiftung eine Studie zur Entgeltgleichheit durchführen lässt, dann ist das ungefähr so glaubwürdig, wie wenn ein Erdölkonzern eine Studie über die Umweltbelastung durch fossile Kraftstoffe in Auftrag gibt. Ein anderes als das zitierte Ergebnis würde jedenfalls niemals veröffentlicht. Beinahe täglich werden solche Beiträge über Lohndiskriminierung von Frauen lanciert, deren VerfasserInnen es entweder nicht besser wissen, also schlecht recherchieren, oder vorsätzlich Unwahrheiten verbreiten. Dr. Eugen Maus, MANNdat e.V. - geschlechterpolitische Initiative. ---Zitatende---
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