Gruppen-Typologie Die Lüge vom Teamgeist

Von Tobias Peter

3. Teil: Der Klassenclown - alles klärchen!


humanempire.com
Lustig, lustig, tralalala, schon ist der Klassenclown da. Bereits seit er in der dritten Klasse die volle Aufmerksamkeit seiner Schüler dafür erhielt, dass er seinen Kakao durch die Nase getrunken hatte, hält er sich für den geborenen Entertainer. Er scheint sich tatsächlich sicher zu sein: Die anderen lachen nicht über ihn, sondern mit ihm.

Deshalb reißt er ununterbrochen Witze - zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit. Mit übertriebenem Körpereinsatz spielt er die Auftritte von schlechten Comedians nach, die er im Fernsehen gesehen hat. Dann macht er schnell noch ein paar blöde Bemerkungen zu den Klamotten anderer Gruppenmitglieder. Dabei käme ihm nie in den Sinn, dass seine Lieblings-Donald-Duck-Socken mehr als nur lächerlich sind. Wenn in der Gruppe alles aus dem Ruder läuft, findet der Klassenclown das lustig und erfrischend. Wenn alles einigermaßen gut läuft, ist er erst recht gut drauf.

Ein bisschen Spaß muss und darf ja auch sein. Und ist gut für die Stimmung. Aber an diesem Hanswurst mit Hang zum Zappelphilipp und seinen höchst albernen Wortwitzen ("Guck mal, ein Schlepptop!") ist wirklich ein Moderator für das Kinderfernsehen verloren gegangen. Für eine Gruppe normal beschaffener Erwachsener ist er auf Dauer wirklich zu anstrengend.

Lieblingssatz:
"Alles Chlor, Leute?"

So wird er/sie am besten in die Gruppenarbeit eingebunden:
Er hält sich für einen überaus begnadeten, bewundernswerten Komiker. Das Gegenteil lässt sich leicht beweisen: Keiner darf lachen. Sollte das noch nicht reichen, ist in Erwägung zu ziehen, ob sich alle gleichzeitig mal eine Stunde lang wie der Klassenclown aufführen. Vielleicht merkt er es ja dann.



insgesamt 96 Beiträge
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Seite 1
novaso 17.01.2008
1.
Zitat von sysopTeamfähigkeit gilt bei Unternehmen als wichtige Mitarbeiter-Qualifikation und Voraussetzung für effizientes Arbeiten. Im täglichen Leben allerdings geht Teamwork häufig schief. Wird Teamgeist generell überschätzt?
Natürlich wird es nicht unterschätzt. Ich halte es für den Erfolg mit ausschlaggebend. Ein gutes Team zu haben, das gut zusammenarbeitet (nichts anderes bedeutet doch Teamwork) ist ein nicht zu unterschätzender Faktor in Firmen, im Sport und natürlich besonders in der Familie. Schief geht es (meistens) durch einzelne Leute die charakterlich nicht reif genug sind (unabhängig vom Alter), gerne selbst im Mittelpunkt stehen, andere schlecht machen und Erfolg nicht teilen wollen oder können. Teamwork ist wichtig.
floschaf 17.01.2008
2.
Das Problem am Teamwork ist, dass die Leute unterschiedliche Arbeitsauffassungen haben. Es gibt Menschen, die haben die Einstellung, dass man auch was leisten muss in einem Team und es gibt die anderen "Teamplayer" die leider eine ganz andere Einstellung zur Arbeit haben. Sie vermuten hinter der Teamarbeit eher eine Arbeitserleichterung für sich selbst. Die tatsächliche Arbeit bleibt immer an den anderen hängen. Und vorallem ist es in jeder Gruppe wichtig, dass es einen Führungspersönlichkeit gibt die andere motiviert oder auch mal rügt. Diese Personen sind ungern gesehen, aber zwingend notwendig. Sofern eine Gruppe harmonisch sich zusammengefunden hat gibt es auch keine Probleme mehr einen dementsprechenden Leiter herauszukristallisieren. Teamwork kann also funktionieren, muss aber nicht !
BeckerC1972, 17.01.2008
3.
Als Antwort auf jedliche Aufgabenstellung des Arbeitsleben ist Gruppenarbeit vollkommen überbewertet. Die Frage nach der "Teamfähigkeit" in einem Einstellungsgespräch ist ein absoluter Scherz. Um die Eingangsfrage zu beantworten: Teamwork ist maßlos überschätzt.
delta058 18.01.2008
4.
Zitat von sysopTeamfähigkeit gilt bei Unternehmen als wichtige Mitarbeiter-Qualifikation und Voraussetzung für effizientes Arbeiten. Im täglichen Leben allerdings geht Teamwork häufig schief. Wird Teamgeist generell überschätzt?
Ich frag mich schon, warum Teamfähigkeit verlangt wird, der Betreffende aber andere Kollegen auf Arbeit nur in den Pausen sieht. Höfliches Benehmen untereinander kann ja nicht gemeint sein, das wird generell vorausgesetzt.
petenicker 18.01.2008
5.
Zitat von sysopTeamfähigkeit gilt bei Unternehmen als wichtige Mitarbeiter-Qualifikation und Voraussetzung für effizientes Arbeiten. Im täglichen Leben allerdings geht Teamwork häufig schief. Wird Teamgeist generell überschätzt?
Solange Team für "Toll, ein anderer macht's" steht, ja.
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