Jodel-Coaching Mit Huljodürü auf den Karrieregipfel

Jodeln ist ein Karriere-Beschleuniger und macht glücklich, sagt Karrierecoach und Volksmusiker Josef Ecker im SPIEGEL-ONLINE-Interview. In Seminaren mit alpenländischem Touch bringt Ecker seine Heilslehre unter die Leute - und hat schon Bankern und Managern zum Jodeldiplom verholfen.

J. Ecker

SPIEGEL ONLINE: Sie sagen, Jodeln fördert die Karriere - wie bitte soll das gehen?

Ecker: Erst einmal ist die Stimme für die Karriere schon sehr wertvoll. Außerdem stärkt Jodeln das Selbstbewusstsein. Und man lernt, die eigenen Qualitäten zu erkennen. Weil man durch das Jodeln viel stärker als beim normalen Gesang den Körper öffnet, ist man viel zugänglicher.

SPIEGEL ONLINE: Und danach ist einem vermutlich nichts mehr peinlich. Sie bieten Jodelkurse an. Genügen da ein paar Stunden Unterricht?

Ecker: Ja, und das haben auch Firmen erkannt. Zum Beispiel bei einer Tagung, bei der durchaus mal acht bis zehn verschiedene Nationalitäten zusammenkommen. Wie schaffe ich es, dass die untereinander kommunizieren? Mit Jodeln funktioniert das sehr schnell. Auch darum werde ich für Tagungen gebucht, um im Vorhinein schon mal ein bisschen aufzulockern.

SPIEGEL ONLINE: Ist es wirklich ratsam, bei einem Geschäftstermin die Gäste mit einem Jodler zu empfangen?

Ecker: Ja! Nicht nur vor dem Vortrag, auch mittendrin. Vorträge sind oft ziemlich lang, die Zuhörer schlaffen irgendwann ab und sind nicht mehr richtig aufnahmefähig. Ruft der Redner zwischenrein ein kräftiges Huljodürü in den Raum, sind die Leute sofort wieder aufmerksam, überrascht,...

SPIEGEL ONLINE:...und vermutlich ziemlich irritiert.

Ecker: Sicher, aber auch in meinen Jodelseminaren geht es um Gaudi und Frohsinn. Die Leute machen mit, und es funktioniert. Im vergangenen Jahr hatte ich sehr häufig Banker im Seminar. Vielleicht war die Wirtschaftskrise deshalb so kurz. Die habe ich alle fröhlich gejodelt. (lacht)

SPIEGEL ONLINE: Sie haben also Deutschland aus der Krise gejodelt. Nun aber im Ernst: Wofür ist Jodeln gut?

Ecker: Es fördert die Lebensfreude, entspannt und öffnet den Menschen. Er fühlt sich wohl und geht auf andere Menschen zu. Außerdem lernt man, seine Atemluft im Körper richtig zu nutzen und richtig zu atmen. Dafür ist das Jodeln wegen seiner großen Tonabstände sehr gut geeignet.

SPIEGEL ONLINE: Der klassische Jodler jodelt eher allein. Bilden Sie dann nicht Einzelkämpfer aus, wo eher Team-Player wichtig wären?

Ecker: Im Gegenteil. Ich versuche, verschieden geartete Menschen in einen homogenen Klangkörper zu verwandeln. Oft kriegen die Teilnehmer gar nicht mit, dass es eine Lehrveranstaltung ist, sondern meinen, es geht nur um Fröhlichkeit. Doch im Grunde lernen sie recht viel über ihre Stimme und über Musik.

SPIEGEL ONLINE: Und wie hilft das im Beruf?

Ecker: Wenn ich nach oben will, muss ich mich gut präsentieren, gute Vorträge halten und brauche eine gesunde Atemtechnik und außerdem gute Artikulation. Das alles steckt im Jodeln. Jodeln ist ungewöhnlich und kommt lustig daher. Darum nehmen es die Menschen an, neugierig wie sie sind.

Das Interview führte Leila Knüppel

insgesamt 2 Beiträge
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robocop, 21.10.2010
1. Jodeldiplom
Bitte im ganzen Satz: "Holleri du dödel di, diri diri dudel dö." http://www.youtube.com/watch?v=D4zivYeH2m8
inci 22.10.2010
2. oooo
Zitat von sysopJodeln bringt die Karriere in Schwung und macht glücklich, sagt Karrierecoach und Volksmusiker Josef Ecker*im SPIEGEL-ONLINE-Interview. In Jodelseminaren bringt Ecker sein Heilsversprechen unter die Leute - und hat schon Bankern und Managern zum Jodeldiplom verholfen. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,724077,00.html
ist "tschakka, tschakka" out, oder handelt es sich beim enhancing durch jodeln lediglich um greenwash, um mit idiotischen ideen geld auf der "grünen" welle (jodeln=berge=natur=gut)zu verdienen? und was kommt nach dem jodeldiplom? türmchen bauen mit bauklötzschen als motivationstraining? fragen über fragen........
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