Jungmanager-Wettbewerb Wer ist hier der Boss?

Chef sein und schnell schwarze Zahlen schreiben: So lautet die Aufgabe des Wirtschaftsplanspiels "CEO of the Future" für Studenten und Berufseinsteiger. Wer es schafft, eine Solarzellen-Firma zu sanieren, hat Chancen auf 15.000 Euro - und könnte den Karriereturbo zünden.


Es gibt zwei Wege, schon als Student oder Berufseinsteiger Chef einer großen Firma zu werden. Der eine: Augen zumachen und es sich vorstellen. Der andere: beim Wirtschaftsplanspiel "CEO of the Future" mitmachen - und beweisen, dass Topmanager-Qualitäten in einem schlummern.

Sieger 2006: Clemens Fischer (links), Verena Delius, Steffen Lanzinner
McKinsey

Sieger 2006: Clemens Fischer (links), Verena Delius, Steffen Lanzinner

Rund 3000 junge Akademiker haben sich in den letzten Wochen für Möglichkeit zwei entschieden. Sie steuerten die Website www.future-ceo.de, luden sich das kostenlose Planspiel herunter - und saßen prompt in der Geschäftsleitung des virtuellen Solarzellenherstellers SolaWorx. Dort heißt es: Marketing, Personal und Preisgestaltung der Firma koordinieren. Und versuchen, das Unternehmen bis zum Jahr 2020 in die schwarzen Zahlen zu katapultieren.

Wer die Aufgabe bisher am besten gelöst hat, ist offen - schließlich läuft das Spiel noch bis zum 15. Februar, es darf weiterhin mitgemacht werden. Teilnehmen können Berufseinsteiger und Studenten ab dem vierten Semester, die ihr Vordiplom oder ihre Zwischenprüfung bestanden haben.

Das Boss-Spielen hat einen tollen Nebeneffekt: Man kann seine Karrierechancen erhöhen. Denn Teilnehmer, die Chefqualitäten beweisen, werden zu Workshops eingeladen. Die 20 bis 30 besten Kandidaten können sich für das Finale am 14. Juni 2008 qualifizieren. Und dort persönlichen Kontakt zu Topmanagern bekommen.

Fachlich und persönlich grandios überzeugen

Die Finalisten bearbeiten in zusammengelosten Teams eine Fallstudie. Das Ergebnis stellen sie dann in der McKinsey Alpine University in Kitzbühel einer Jury vor. Darin sitzen: die Chefs der Kooperationspartner sowie "manager magazin"-Chefredakteur Arno Balzer, n-tv-Geschäftsführer Hans Demmel und SPIEGEL-ONLINE-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron.

Nur wer fachlich und persönlich heraussticht, überzeugt die Jury, sagt Verena Delius, die im Jahr 2006 beim Planspiel mitgemacht hat. Damals lautete die Aufgabe: in die Rolle des Firmenchefs eines Mobilfunkkonzerns schlüpfen und Managementstrategien entwickeln. Delius kam ins Finale und gewann ein Coaching durch den "Manager des Jahres 2007", Bayer-Chef Werner Wenning, und dazu ein Karrierebudget von 15.000 Euro für Trainings und Schulungen.

Auch Clemens Fischer schaffte es beim Finale im Jahr 2006 an die Spitze. Alle Jobangebote, die auf seinen Sieg folgten, checkte er darauf ab, ob sie auch seinen Karrierezielen entsprachen. Schließlich wurde er Mitglied der Geschäftsleitung von Novartis Deutschland und kümmert sich zusätzlich um Start-up-Unternehmen.

Der CEO-Wettbewerb wurde im Jahr 2000 zum ersten Mal veranstaltet. Im vergangenen Jahr machten rund 5000 Studenten und Berufseinsteiger mit. Bayer, Credit Suisse, Ergo, Arcandor, McKinsey & Company, Siemens, Vodafone und Volkswagen unterstützen die Planspiel-Aktion. Sie wollen Talente wecken und fördern. Daher winken den drei besten Teilnehmern zwischen 5000 und 15.000 Euro für Trainings-und Managementschulungen ihrer Wahl.

kat



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