Erzieher in Kitas Männeranteil krabbelt auf 5,2 Prozent

Allein unter Frauen - das gilt immer noch für die meisten Männer, die in der Kinderbetreuung arbeiten. Aber ganz langsam ändert sich etwas, zeigt die Statistik.

Erzieher in einer Kindertagesstätte (Symbolbild)
DPA

Erzieher in einer Kindertagesstätte (Symbolbild)


Der Anteil der Männer an Erziehern und Tageseltern ist immer noch klein, steigt aber allmählich an: Von den Menschen, die Kinder in Krippen, Kindergärten und Grundschulen betreuten, waren im vergangenen Jahr 5,2 Prozent männlich, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mit. Fünf Jahre zuvor lag der Anteil demnach noch niedriger: bei 3,6 Prozent.

Auch die absoluten Zahlen in dem Bericht zeigen, dass es nach und nach mehr Männer in die Kindertagesbetreuung in Kindertagesstätten oder als Tagesvater zieht:

2016: 30.500 Männer
2011: 16.600 Männer
2007: 11.100 Männer

Den höchsten Anteil von Männern in der Kindertagesbetreuung hatte im vergangenen Jahr Hamburg mit 10,5 Prozent. Das Schlusslicht war nach Angaben der Statistiker Bayern mit 3,6 Prozent.

Maßnahmen, um Männer für den Erzieherberuf zu gewinnen, zeigen offenbar mäßigen Erfolg. So soll beispielsweise der alljährliche "Girl's and Boy's Day", auch "Kid's Day" genannt, dieses Jahr am 27. April, Mädchen und Jungen für Berufe begeistern, die nicht den üblichen Rollenklischees entsprechen - und unter anderem Jungen Spaß an Kinderbetreuung vermitteln.

Mit dem Programm "Quereinstieg - Männer und Frauen in Kitas" fördern das Bundesfamilienministerium und der Europäische Sozialfonds Modellprojekte, die speziell auf Berufswechslerinnen und Berufswechsler zugeschnitten sind. Auch damit sollen verstärkt Männer für den Erzieherberuf gewonnen werden.

fok/dpa/afp



insgesamt 28 Beiträge
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rainerwäscher 25.04.2017
1.
Viele Eltern sehen männliche Erzieher mit Misstrauen und achten genau auf Auffälligkeiten, ebenso bei Pfarrern oder Sporttrainern.
Der_schmale_Grat 25.04.2017
2. @1. Nicht falsch, aber zu pauschal gedacht
Falls Sie glauben, dass nur Männer Täter sind, dann liegen Sie falsch. Frauen werden anders wahrgenommen bzw. wir übersehen häufiger Signale von emotionalen, körperlichen oder sexuellen Übergriffen. Frauen agieren bisher noch stark im Dunkelfeld, weil die Gesellschaft sehr wenig darüber weiß und die Wissenschaft noch in den Anfängen in diesem Thema steckt und es nicht sein kann, was nicht sein darf. Dieselbe Handlung von Frau oder Mann an Kinder vorgenommen, erweckt meist unwillkürlich unterschiedliche Wahrnehmungen beim unsensibilisierten Betrachter. Doch seit wenigen Jahren steigt das wissenschaftliche Interesse mehr über die (un)bewussten Bedürfnisbefriedigungen von Frauen zu erforschen.
stoffi 25.04.2017
3. Mein Enkel
betreut Kinder in Feriencamps und das gefällt ihm gut und auch die Kinder mögen ihn. Aber Erzieher will er nicht werden. ,,Ne Oma, da denken bestimmt immer irgendwelche Eltern was schlimmes von mir und das will ich nicht. Als junger Mann komme ich rasch in den Verdacht was unsittliches getan zu haben." Er hat sich deshalb für einen anderen Beruf entschieden.
nickleby 25.04.2017
4. Erzieher ?
Dieser Beruf gilt immer noch als unmännlich. Wenn man als Mann freundlich ist, kommt man in der heutigen aufgeheizten und teilweise hysterischen Stimmung schnell in den Verdacht, mit den Kindern etwas Schändliches vorzuhaben. Diesem Verdacht sollte sich kein junger Mann aussetzen. Sein Leben wäre danach ruiniert.
kritischer321 25.04.2017
5. Aus Selbstschutz nicht
Aus Erfahrung kann ich nur sagen als Mann auf keinen Fall einen dieser Berufe wählen! Selbst wenn es Ihnen gelingt bei falschen Verdächtigungen und Verleumdungen in einem Strafprozess Ihre Unschuld zu beweisen (bei diesen Vorwürfen sscheint nämlich eine Beweisumkehr zu gelten) und Frei gesprochen zu werden. Wenn Sie ein neutrales Gerichtsgutachten 100% zu Ihren Gunsten erhalten, werden insbesondere staatliche Arbeitgeber alles daran setzen Sie trotzdem zu entlassen.
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