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Lehrergeständnisse "Ich fühle mich oft alleingelassen"

Viele Lehrer überfordert schon der normale Schulalltag mit behinderten Kindern - wie wird dann erst die Klassenreise? Den Pädagogen Jan-Martin Klinge, 32, quälen vor der Fahrt viele Fragen. Hilfe sucht er vergebens.
Klassenfahrt mit behinderten Kindern (Archiv): Alle Kinder sollen großartige Tage erleben - wie lässt sich das umsetzen?

Klassenfahrt mit behinderten Kindern (Archiv): Alle Kinder sollen großartige Tage erleben - wie lässt sich das umsetzen?

Foto: Holger Hollemann/ picture alliance / dpa

Gerade bereite ich die Fahrt für meine Inklusionsklasse vor, 28 Kinder, zwei davon sitzen mit Glasknochen im Rollstuhl. Ein barrierefreies Schwimmbad wäre toll, ein rollstuhlgerechter Waldpfad, eine Kletterhalle, in der auch behinderte Menschen willkommen sind. Aber diese Extras kosten meist Geld.

Deswegen stecke ich in einer Zwickmühle: Alle Kinder sollen großartige Tage erleben - aber kann ich deswegen jeder Familie höhere Kosten aufbürden? Umgekehrt will ich eine Klassenfahrt nicht akzeptieren, bei der ein oder zwei Kinder ständig außen vor bleiben. Und wer zahlt Sonderkosten, die durch die Inklusionkinder und deren Helfer entstehen? Ein größerer Bus an die Nordsee, die Unterkunft in einem barrierefreien Hotel? Den Eintritt ins Museum?

Und jetzt kommen Sie
Foto: Corbis

Das Thema der nächsten Folge: Was ich in der Schule sofort ändern würde, wenn ich könnte.

Sie sind Lehrer und möchten zu dem Thema auch etwas gestehen? Dann schicken Sie Ihre kurze Geschichte gern an:

E-Mail senden an Lehrer@spiegel.de 

Eine Klassenfahrt gleicht einem mehrtägigen Kindergeburtstag, für den wir Lehrer die Verantwortung trage. Was ist, wenn irgendwann mal ein Kind mit einer emotionalen Störung mitfährt? Wenn es in der fremden Stadt womöglich wegrennt, wenn es sich ärgert? Wie soll ich als Lehrer da echte Aufsicht gewährleisten? Wie allen gerecht werden?

Künftig sollen mehr Kinder mit Behinderungen eine Regelschule besuchen. Als Lehrer muss ich mich also noch häufig mit solchen Situationen und Fragen auseinandersetzen. Ich fühle mich oft damit alleingelassen, Eltern und Kinder sind auch verunsichert. Dabei müsste uns eigentlich die Politik helfen.

Zur Person
Foto: Gunnar Bremer

Jan-Martin Klinge, 32, unterrichtet an einer Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen.Halbtagsblog 

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