Streit um Verdienst von Professoren Belohnt die Fleißigen, nicht die Alten

Mehr Jahre, mehr Geld: Viele Bundesländer bezahlen ihre Hochschullehrer ab kommendem Jahr wieder nach Alter, die Leistungszulagen schrumpfen. Ein fataler Fehler, findet Uni-Präsident Karl-Dieter Grüske. Im Hochschulmagazin "duz" skizziert er, welcher Schaden durch die Reformen droht. Ein Szenario.
Von Karl-Dieter Grüske
Professor vor Studenten (Archiv): Wie viel Euro sind angemessen?

Professor vor Studenten (Archiv): Wie viel Euro sind angemessen?

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Wie Professoren bezahlt werden

Bundesland Grundgehaltbisher (in Euro) Grundgehaltneu (in Euro) Geplante Änderungen**
Baden-Württemberg W1: 3988,35
W2: 4650,68
W3: 5612,29
W1: 3988,35 W2- und W3-Grundgehälter sollen angehoben werden. Die genauen Eckpunkte sind offen. Das Gesetz soll rückwirkend zum 1. Januar in Kraft treten.
Bayern W1: 3889,20
W2: 4500,60
W3: 5366,75
W1: 3947,54
W2: 4900,00*
W3: 5800,00*
Bayern führt drei Erfahrungsstufen für W2- und W3-Professoren ein. Leistungszulagen bleiben erhalten, werden aber verrechnet. Das Gesetz gilt ab dem 1. Januar.
Berlin W1: 3596,06
W2: 4107,90
W3: 4988,16
Auf Fachebene gibt es einen Gesetzentwurf, der derzeit zwischen den Senatsressorts abgestimmt wird. Federführend ist der Senator für Inneres.
Brandenburg W1: 3764,92
W2: 4295,30
W3: 5207,46
W1: 3764,92
W2: 4295,30
W3: 5207,46
Der Gesetzentwurf liegt vor und ist in der Ressortabstimmung. W2- und W3-Professoren sollen künftig gesicherte Mindestleistungszulagen von 644,30 Euro erhalten.
Bremen W1: 3816,31
W2: 4354,02
W3: 5278,75
W1: 3816,31
W2: 4354,02
W3: 5278,75
W2- und W3-Professoren sollen feste Leistungsbezüge von voraussichtlich 600 Euro bekommen. Das Gesetz soll rückwirkend zum 1. Januar in Kraft treten.
Hamburg W1: 3869,08
W2: 4401,56
W3: 5317,32
W1:3869,08 Ein Modellentwurf liegt vor. Danach wird sich die Höhe des W2-Gehalts an A15 (Erfahrungsstufe 4) ausrichten. Das sind 4993,93 Euro. W3 soll entsprechend angepasst werden.
Hessen W1: 3807,40
W2: 4349,32
W3: 5281,32
W1: 3807,40
W2: 4780,00*
W3: 5300,00*
Hessen will jeweils fünfjährige Erfahrungsstufen für W2 und W3 einführen und flexible Leistungszulagen beibehalten. Gelten soll die Novelle ab dem 1. Januar.
Mecklenburg-Vorp. W1: 3816,31
W2: 4354,02
W3: 5278,75
W1: 3816,31
W2: 4354,02
W3: 5278,75
Eckpunktepapier liegt vor. Demnach bleiben Grundgehälter gleich. Für W2 und W3 soll es garantierte Leistungsbezüge von 600 Euro geben. Entwurf ist für das Frühjahr geplant.
Niedersachsen W1: 3819,99
W2: 4358,20
W3: 5283,84
Niedersachsen verschiebt die Planung der Gesetzesnovelle auf die Zeit nach den Landtagswahlen. Sie findet am 20. Januarstatt.
Nordrhein-Westfalen W1: 3816,31
W2: 4354,02
W3: 5278,75
W1: 3816,31
W2: 5044,02
W3: 5578,75
Kabinett beschloss höhere Grundgehälter für W2 (plus 690 Euro) und W3 (plus 300 Euro) und deren Finanzierung durchs Land. Landtagbeschluss steht aus. Leistungsbezüge bleiben.
Rheinland-Pfalz W1: 3978,21
W2: 4606,63
W3: 5496,94
Ein Gesetzesentwurf ist in Arbeit. Der Ministerrat berät darüber frühestens Ende Januar. Das Gesetz könnte auch rückwirkend zum 1. Januar gelten.
Saarland W1: 3833,15
W2: 4362,92
W3: 5273,99
Eine Reform der W-Besoldung ist geplant. Die Eckpunkte werden noch regierungsintern abgestimmt. Federführend ist das Innenministerium.
Sachsen W1: 3837,86
W2: 4375,58
W3: 5300,31
W1:3837,86*
W2:4704,73*
W3:5300,31*
Der Freistaat will fünfjährige professorale Erfahrungsstufen für W2/W3 und ein gestuftes W1-Grundgehalt einführen. Flexible Leistungszulagen bleiben. Übergangsregelung ab 1. Januar.
Sachsen-Anhalt W1: 3837,86
W2: 4375,58
W3: 5300,31
W1: 3837,86 Im ersten Quartal will der Landtag über den Entwurf beraten. Grundgehalt W2 soll sich an Stufe 5 von A15 orientieren, W3 an Stufe 5 von A16. Bei W2 wären das 5049,68 Euro.
Schleswig-Holstein W1: 3830,36
W2: 4367,02
W3: 5289,94
W1: 3830,36
W2: 5022,07
W3: 5686,69
W1 bleibt unverändert. W2 steigt um 15, W3 um 7,5 Prozent. Leistungszulagen bleiben flexibel, werden aber zum Teil verrechnet. Das Gesetz soll ab dem 1. Januar gelten.
Thüringen W1: 3894,55
W2: 4423,04
W3: 5344,33
Gespräche zwischen Finanz- und Wissenschaftsministerium sind bereits fortgeschritten. Details sind keine bekannt. Das Gesetz wird für das 2. Quartal erwartet.
*jeweils Einstiegsstufen; **Stand: 7.Dezember;
Quellen: Ministerien der Länder