Ost-West-Tour Im Westen fressen sie Kinder

Was wissen Jugendliche über die Wende? Nicht viel, müssen die Einheitswanderer im Westen feststellen. Derweil erfährt das Team im Osten, warum eine Frau an der DDR-Grenze mit Blumen empfangen werden wollte - und wieso die Gastfreundschaft der Wessis manchen überforderte.

Hannah und Jan: Team Ost wanderte gen Thüringen und verirrte sich dabei fast
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Hannah und Jan: Team Ost wanderte gen Thüringen und verirrte sich dabei fast

Von Mechthild Puhlmann


Endgültig hat der Herbst in Deutschland Einzug gehalten, und die vier Studenten auf dem Wanderweg der Deutschen Einheit kämpfen gegen Nebel und Dauerregen. Hannah und Jan vom Team Ost haben endlich den Rennsteig erreicht. Nach der Freude darüber, dass sie sich einen ganzen Tag lang nicht verlaufen haben, folgte der Regen-Härtetest für ihre Ausrüstung. Doch für die Geschichte ihrer Gastgeberin lohnte sich die Plackerei: Im Frühjahr 1989 hatte die Frau die Gelegenheit, der DDR den Rücken zu kehren und entschied sich dagegen.

Katja und Sebastian haben in Hessen das Ehepaar Kohl besucht, das mit seinen Kindern 1989 aus der DDR ausreiste. Die Kohls erzählten dem Team West, wie schwierig der Neuanfang für sie war. Zwar seien ihre neuen Nachbarn im Westen hilfsbereit gewesen - aber das habe die Kohls emotional überfordert. Denn aus dem Osten kannten sie nur Feindschaft. So wurde den Kindern der Kohls im Osten Schauergeschichten erzählt: Wessis würden sie fressen.

Der krasse Gegensatz zu diesen Geschichten war ein spontanes Interview, das Team West mit vier Dreizehnjährigen aus Hessen führte. Mit den Themen DDR und Deutsche Einheit konnten sie kaum etwas anfangen. Katja und Sebastian wussten nicht recht, ob sie erleichtert oder erschrocken sein sollten, dass die deutsch-deutsche Geschichte für die Jugendlichen kaum eine Rolle spielt.

Jetzt ist die letzte Wanderwoche für die Studenten angebrochen. Etwa 100 Kilometer müssen die Teams bis dahin noch hinter sich bringen. Am Sonntag werden sich die vier endlich wieder treffen und gemeinsam den Tag der Deutschen Einheit und die überstandenen Wanderstrapazen bei Heldra an der hessisch-thüringischen Grenze feiern.

Als Wessis im Osten: "Ich konnte meine Familie nicht im Stich lassen"
Als Ossis im Westen:
Wenn Hilfsbereitschaft zur Überforderung wird



insgesamt 2 Beiträge
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Elwood70 28.09.2010
1. Gähn
Ja im Westen fressen Sie Kinder, genau das hab ich auch jeden Tag zu hören bekommen. Mit 20 dachte ich auch noch die da im Westen liegen alle zugekifft und mit Heroin vollgepumpt auf den Straßen rum. Im Osten gab es nur Donnerbalken, keine Schokolade und Bananen gab es nur für die Affen im Zoo, ach ja und Seife hatten se auch nicht drieben im Oschten. Manchmal fragt man sich ob diese dämlichen Lügenmärchen nie aussterben.
sascha-maria 30.09.2010
2. Ich war überrascht...
Ich bin wegen der Ausbildung in den Westen gezogen. Und war überrascht, wie normal die Wessis dann doch waren ;)
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