Partnerschaft und Karriere Familie Feuerstein lebt

Der Mann geht zur Arbeit, die Frau schmeißt den Haushalt - eine neue internationale Studie bestätigt auch in der modernen Doppelverdiener-Gesellschaft die klassische Arbeitsteilung zwischen Kind und Karriere. Aber in einigen Ländern herrschen bessere Sitten.


Fred kommt nach Hause, Wilma serviert das Abendessen. Die TV-Steinzeit-Welt ist in Ordnung. Meet the Flintstones: Yabba-dabba-doo! Doch in vielen realen Partnerschaften sieht's heute noch ähnlich aus wie bei den guten alten Feuersteins, wie ein Forscherteam in einer internationalen Vergleichsstudie herausgefunden hat.

Unter der Leitung von Hans-Peter Blossfeld von der Universität Bielefeld und seiner Bremer Kollegin Sonja Drobnic untersuchte das Team, wie sich die Berufskarrieren von Paaren in zwölf sehr unterschiedlichen Ländern verändert haben - oder eben nicht. Überall übernehmen nämlich weiterhin die Frauen den Hauptteil der Hausarbeit und der Kinderbetreuung.

Zusätzlich sind sie oft berufstätig - eine Doppelbelastung, die ihre Männer kaum zu mindern versuchen. Es sei denn dadurch, dass sie die Frauen bedrängen, ihren Arbeitsplatz aufzugeben. Das sei, so ein Ergebnis der Untersuchung, vor allem in Wohlfahrtsstaaten wie Deutschland der Fall.

"Politische Interventionen, die sich nur auf die Ausbildung der Frauen oder auf den Beruf und die Arbeitsmarktstrukturen konzentrieren, greifen zu kurz", mahnen die Wissenschaftler. Da müsse schon "die gemeinsame Verantwortung für Hausarbeit und Kinderbeziehung mit einbezogen werden".

Aber es gibt auch Länder, in denen die Machos auf dem Rückzug sind. Dänemark und Schweden zum Beispiel, oder ehemals sozialistische Länder wie Polen und Ungarn. Zur Situation dort schreiben die Forscher: "Die Männer sind stolz auf den Erfolg ihrer Frauen und unterstützen ihre Karrieren, indem sie ihr Verhalten verändert oder zumindest Teile der Familienarbeit übernommen haben."



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.