Pensionsabschläge wirken Lehrer gehen später in Ruhestand

Öfter als andere Beamte lassen sich Lehrer frühpensionieren. Doch ihr Ausstiegsalter steigt rasant - um satte drei Jahre. Der Wink mit dem Gehaltszettel hinterlässt Eindruck: Wer früh geht, bekommt weniger Geld.


Die deutschen Lehrer gehen viel später in den Ruhestand als noch vor einigen Jahren. Die im vergangenen Jahr pensionierten Lehrer waren im Durchschnitt 62 Jahre alt, während der Durchschnitt im Jahr 2000 noch bei 59 Jahren lag, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit mitteilte.

Lehrer vor Klasse: länger im Schuldienst
AP

Lehrer vor Klasse: länger im Schuldienst

Grund für die sinkende Attraktivität von Vorruhestandsregelungen sind nach Angaben von Statistikamtsexpertin Susan Kriete-Dodds die Einführung der Altersteilzeit sowie die seit 2001 geltenden Abschläge für Pensionierungen wegen Dienstunfähigkeit vor Erreichen des 63. Lebensjahres.

Die vorzeitigen Pensionierungen wegen Dienstunfähigkeit nehmen ab, seit der Gesetzgeber in solchen Fällen nicht mehr die volle Pension zahlt. Im Jahr 2000, dem Jahr vor Einführung dieser Abschläge, waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch 64 Prozent aller Pensionierungen von Lehrern wegen Dienstunfähigkeit erfolgt. 2003 waren es 34 Prozent, im vergangenen Jahr nur noch 28 Prozent.

Ganze Kollegien gehen in Pension

Dieser Wert liegt allerdings höher als bei anderen Beamten, von denen 2004 rund 20 Prozent wegen Dienstunfähigkeit in Pension gingen. Insgesamt wurden 2004 bundesweit knapp 15.400 verbeamtete Lehrer in den Ruhestand versetzt, was einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber 2003 entspricht.

Aufgrund der Altersstruktur vieler Kollegien gehen die Kultusminister deshalb für die nächsten Jahre von einem verstärkten Einstellungsbedarf bei Lehrern aus.

Grafik: Lehrermangel droht
DDP

Grafik: Lehrermangel droht

Die Zahl beamteter Lehrer in Altersteilzeit stieg von knapp 3000 im Jahr 2000 auf gut 33.000 im Jahr 2004. Auch durch die Altersteilzeit stieg der Anteil der Lehrer, die mit Erreichen der Regelaltersgrenze von 65 Jahren in den Ruhestand gingen, von gut 20 Prozent im Jahr 2003 auf gut 26 Prozent in 2004.

In anderen Bereichen mit einer Regelaltersgrenze von 65 Jahren zeichnet sich ebenfalls der Trend zum längeren Arbeiten ab. Allerdings war dort der Anteil der Frühpensionierten zuvor längst nicht so hoch wie bei den Lehrern: So waren von rund 13.000 neupensionierten Beamten und Richtern der Gebietskörperschaften im Jahr 2004 rund 20 Prozent dienstunfähig, gegenüber 24 Prozent im Vorjahr.



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