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Lebenslauf Schavan will nicht so ganz vom Doktor lassen

Annette Schavan hat ihren Doktortitel verloren. In ihrem Lebenslauf besteht die Ex-Ministerin aber darauf, promoviert zu haben - "gültig bis 2014". Eine problematische Formulierung.
Ehemalige Ministerin Schavan (Archiv): "Promotion zum Dr. phil. (gültig bis 2014)"

Ehemalige Ministerin Schavan (Archiv): "Promotion zum Dr. phil. (gültig bis 2014)"

Foto: JOHANNES EISELE/ AFP

Nein, den Doktortitel führt die frühere Bundesforschungsministerin und jetzige Vatikan-Botschafterin Annette Schavan nicht mehr. Schließlich wurde er ihr aberkannt; sie hat, so sehen es die Universität und das Verwaltungsgericht Düsseldorf, in ihrer Doktorarbeit in 60 Fällen getäuscht.

So ganz unerwähnt lassen will Schavan ihre akademische Vergangenheit aber auch nicht. In ihrem Lebenslauf als neue Botschafterin beim Heiligen Stuhl in Rom steht auf der Botschaftswebsite : "1980: Promotion zum Dr. phil. (gültig bis 2014)." Ich war immerhin mal Doktor, so in etwa lautet die Botschaft.

Der Bonner Wissenschaftsrechtler Wolfgang Löwer hält die Formulierung im Lebenslauf für unzulässig. Ein rechtswidriger Verwaltungsakt werde rückwirkend aufgehoben. "Damit hat die Promotion nie als gültiger Staatsakt existiert", sagte Löwer der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage.

Die Universität Düsseldorf hatte Schavan den Doktorgrad entzogen, weil in ihrer Dissertation "in bedeutendem Umfang nicht gekennzeichnete wörtliche Übernahmen fremder Texte zu finden sind". Die CDU-Politikerin wies den Vorwurf der Täuschung stets zurück und klagte gegen die Aberkennung des Doktortitels, allerdings erfolglos.

otr/dpa
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