Promotion Zehn Doktoranden auf der Ochsentour

Hart, lang, entbehrungsreich kann eine Promotion sein - und nicht immer verspricht der schmucke Titel eine glänzende Karriere. Was sind das nur für Menschen, die sowas tun? Auf SPIEGEL ONLINE erzählen Doktoranden, was sie erforschen. Und was sie dabei antreibt.

Von Jochen Blind


Gesa Lüdecke, 30: Promotion zum Klimawandel

Mit dem Klimawandel beschäftigt sich Gesa Lüdecke in ihrer Dissertation. Sie will herauszufinden, welche Bedeutung die Medien haben können, um Menschen zu einem klimabewussten Handeln zu motivieren. "Das Thema ist ein Kompromiss aus meinem eigenen Interesse, da ich bereits in meiner Diplomarbeit ein ähnliches Thema verfolgt habe, und aus einem Forschungsinteresse meines Doktorvaters", erklärt die 30-Jährige.

Gesa Lüdecke

Für die Arbeit erhält sie ein Promotionsstipendium der Leuphana-Universität Lüneburg. "Darauf kann man sich wie auf andere Stipendien auch bewerben", sagt Lüdecke, "allerdings ist der Konkurrenzkampf nicht so stark." Außerdem müsse die Bewerbung nicht so umfangreich sein wie bei anderen Stiftungen.

Durch eine Projektarbeit am Institut für Umweltkommunikation sei sie in die Promotion "reingerutscht". Nach dem Abschluss würde sie aber lieber in der Praxis arbeiten: "Ganz vorn steht die Arbeit bei einer Tierschutz- oder Umweltschutzorganisation."

Als größte Herausforderung sieht sie die Angst vor dem eigenen Versagen. "Ich befinde mich noch am Anfang meiner Promotion und habe schon öfter das Gefühl gehabt, alles hinschmeißen zu wollen." Sie versuche aber, sich nicht verrückt zu machen, denn: "Durchhaltevermögen ist eine absolute Grundvoraussetzung. Selbst wenn man für sein Thema brennt, ist die Ausdauer entscheidend über einen Erfolg oder eben einen Misserfolg."



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