Studie zur PR-Branche Geld kommt spät, aber gewaltig

Reich und schön wollen junge PR-Leute sein - das zumindest besagt eine Studie über Ausbildungs- und Karrierechancen in der Branche. Der Weg zum Millionär aber, so die Quintessenz der Untersuchung, führt übers Tellerwaschen.


Kreative in einer Agentur: Schön, reich und berühmt?
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Kreative in einer Agentur: Schön, reich und berühmt?

Erfolgreiche PR-Leute reden viel, finden Gutes "sexy", tragen teure Anzüge und versuchen ständig, anderen neue Produkte oder fremde Meinungen unterzujubeln. So weit das Klischee. In der Realität führt ein dornenreicher Weg zum Reichtum, denn die Einstiegsgehälter sind mager: Junior-PR-Berater verdienen etwa 1800 bis 2300 Euro monatlich, Praktikanten und Volontäre noch weniger. Nach Ausbildung und drei Jahren Berufserfahrung aber sind Jahresgehälter von über 35.000 Euro möglich. Und später ist die Verdienstskala nach oben weit offen.

Denn die PR-Branche hat sich selbst den "War for Talents" erklärt. Agenturen und Firmen suchen die besten Einsteiger, doch auch die Hochschulabsolventen sind bei der Wahl des Arbeitgebers nicht wunschlos: "Schön, reich und berühmt" wollen die künftigen Public-Relations-Experten sein - oder zumindest werden, hat die Untersuchung "Berufsziele und Karriereerwartungen im Berufsfeld PR" von Edith Weinand und Sascha Stoltenow ergeben.

Der Einstieg in den Job läuft in der Regel über ein Hochschulstudium, wie die Münsteraner Doktorandin und der Frankfurter Unternehmensberater ermittelten. 85 Prozent der knapp 200 Befragten hatten einen akademischen Abschluss, darunter auch Quereinsteiger aus medizinischen oder naturwissenschaftlichen Fächern. Nächster Schritt zum lukrativen Job ist meist ein Praktikum oder ein Volontariat über 12 bis 24 Monate bei einer der etwa 500 PR-Agenturen in Deutschland. Oder direkt in einem Unternehmen: Die zahlen meist höhere Gehälter, außerdem ist die Arbeitsatmosphäre dort besser als im hektischen Alltag in Agenturen, wie die Umfrage ergab.

Uni-Absolventinnen brauchen keine Angst vor der Branche zu haben - PR ist vor allem Frauensache. Zwei Drittel der Kommunikations-Strippenzieher sind weiblich. Dennoch besetzen mehr Männer als Frauen die Führungspositionen. Bei den Ansprüchen an den Arbeitgeber unterscheiden sich die beiden Geschlechter aber kaum: Die bei Bewerbern gerne vorausgesetzten "Soft Skills", etwa soziale Kompetenz und Offenheit, zeichnen laut Studie auch einen idealen Arbeitgeber aus.

Doch wichtiger als nette Kollegen sind vielen Öffentlichkeitsarbeitern die Moneten: "Das gute Klima ist zwar wichtig, aber nur, wenn die materiellen Rahmenbedingungen stimmen. Mit deutlichem Abstand stehen deshalb der Standort, die Bezahlung und die Karriereperspektiven einer Tätigkeit bei der Arbeitgeberwahl ganz oben auf der Wunschliste," haben Weinand und Stoltenow festgestellt.

Der Traumjob finden Bewerber vor allem durch persönliche Kontakte. 30.000 Beschäftige in der Öffentlichkeitsarbeit bilden ein weit gespanntes Netzwerk. Besonders erfolgversprechend für Absolventen auf Jobsuche gilt in der PR-Branche neben Jobbörsen im Internet ein Klassiker - die guten, alten Stellenanzeigen in Fachmagazinen wie "W&V", "PR Report" oder "Horizont".



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